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In was kann ich investieren? [Die Anlagemöglichkeiten und deren Risiko]

Aktien, Obligationen, Immobilien, Gold, Fonds, Private Equity…

Als ich zum ersten Mal meinen Zehn in den Investment-Tümpel streckte, schwirrte mir zünftig der Kopf.

Die Investment-Möglichkeiten schienen mir nicht nur unendlich, sondern auch unendlich kompliziert.

Meine erste Reaktion: Zu verwirrend. Ich bin ja kein Investment-Experte! Ich beschäftige mich lieber mit etwas anderem.

Ich ging nach Indien und wurde Yoga-Lehrerin.

Interessanterweise schien das viele Dehnen meine Verkrampftheit zum Thema Geld zu lösen. Wer kein Experte ist, kann einer werden! Also informierte ich mich. Und lernte.

Es gibt Sachanlagen und Finanzanlagen

Die Investment-Welt unterschiedet zwischen zwei Hauptkategorien von Anlagen:

  1. Sachanlagen: Ich stecke Geld in Dinge, die für die Herstellung von Produkte und die Erbringung von Dienstleistungen nötig sind. Dazu gehören Maschinen, Fahrzeuge, Bürogebäude.
  2. Finanzanlagen: Ich stelle Organisationen Kapital zur Verfügung, damit diese Sachwerte kaufen können.

Mich interessieren Finanzanlagen

Ich will keine Auto kaufen um Pizzas auszuliefern. Ich will mein Geld für mich arbeiten lassen. Mich interessiert hier also die zweite Kategorie: die Finanzanlagen.

Die Finanzanlagen lassen sich in zwei Hauptkategorien teilen: Zinsanlagen und Aktien.

Zinsanlagen aka. Anleihen

Geld gegen eine Gebühr; kleineres Risiko und kleinere Rendite

Investiere ich in Zinsanlagen, leihe ich jemandem gegen eine Gebühr für eine bestimmte Zeit Geld. Am Ende der Laufzeit erhalte ich das geliehene Geld wieder zurück. Man spricht bei Zinsanlagen auch von Anleihen.

Wie verdiene ich mein Geld?

Ich verdiene Geld durch die Zinszahlungen des Geldnehmers: Ich erhalte während der vorbestimmten Laufzeit regelmässig eine Zahlung.

Wem gebe ich das Geld und was passiert damit?

Der Geldnehmer kann ein Unternehmen sein oder auch ein Staat. Er nimmt mein Geld, um damit Investitionen zu tätigen.

Beispiel: Ich leihe einem Schreiner Geld, damit er neue Sägemaschinen kaufen kann. Der Schreiner geht davon aus, dass er dank diesen neuen Sägen mehr Gewinn erwirtschaftet. So viel, dass er mir seine Schulden inkl. Zinsen zurückzahlen kann, und trotzdem noch etwas übrig ist.

Worin besteht das Risiko?

Ich erhalte mein Geld nicht zurück, wenn der Geldnehmer zahlungsunfähig wird, zum Beispiel weil er bankrott geht.

Gilt ein Geldgeber als instabil, ist dieses Risiko höher. Dafür erhalte ich mehr Zinsen, um für das Risiko kompensiert zu werden.

Kaufe ich zum Beispiel Schweizer Staatsanleihen, erhalte ich weniger Zinsen, als wenn ich griechische Staatsanleihen kaufe. Die Schweiz gilt als stabiler als Griechenland. Das Risiko, dass die Schweiz die Schulden oder Zinsen nicht (zurück-) zahlen kann, ist geringer.

Zinsanlagen gelten als risikoärmer als Aktien.

Aktien aka. Dividendenpapiere

Geld gegen einen Anteil der Firma; grösseres Risiko und grössere Rendite

Investiere ich in Aktien, stelle ich einer Firma Geld zur Verfügung, in dem ich einen Anteil der Firma kaufe. Dadurch werde ich Miteigentümer. Man spricht bei Aktien auch von Dividendenpapieren.

Im Gegensatz zu Zinsanlagen haben Aktien keine beschränkte Laufzeit – ich besitze sie, bis ich sie verkaufe bzw. bis sie nicht mehr existieren, zum Beispiel weil die Firma pleite geht.

Wie verdiene ich mein Geld?

Ich verdiene Geld durch den Erfolg der Firma. Einerseits in Form von Dividenden, anderseits in Form von Kursgewinnen.

Dividenden sind ein Anteil am Gewinn, der die Firma allen Aktionären ausschüttet (proportional zum Anteil der Aktien, die sie halten). Die Dividenden variieren von Jahr zu Jahr, je nach dem, wie gut es bei der Firma läuft. Wenn es gut läuft, erhalte ich mehr, wenn es schlecht läuft weniger.

Kursgewinne erziele ich, wenn die Aktie (bzw. die Firma) an Wert gewinnt. Ist die Nachfrage nach einer Aktie hoch, steigt ihr Wert. Sinkt die Nachfrage, sinkt auch der Wert der Aktie. Idealerweise kaufe ich eine Aktie also zu einem tiefen Kurs und verkaufe sie wenn sie super beliebt ist zu einem hohen Kurs.

Im Gegensatz zu Zinsanlagen habe ich bei Aktien also nicht nur die Chance auf eine regelmässige Zahlung. Eventuell erhalte ich am Schluss auch mehr Geld zurück, als ich ursprünglich investiert habe.

Dementsprechend ist die Renditeerwartung von Aktien grundsätzlich höher als die von Zinsanlagen.

Wem gebe ich das Geld und was passiert damit?

Die Geldnehmer ist die Firma, die die Aktien ausstellt und an der Börse handelt. Sie nutzt das Kapital, um langfristig Investitionen zu tätigen, zum Beispiel um neue Mitarbeiter einzustellen.

Worin besteht das Risiko?

Dividenden sind im Gegensatz zu Zinsen nicht fix. Hat die Firma ein schlechtes Jahr, fallen die Dividenden geringer aus. Oder sie entfallen komplett.

Geld verliere ich, wenn der Kurs der Aktie sinkt. Im Gegensatz zu Zinsanleihen kann ich also nicht davon ausgehen, dass ich das Geld, das ich in die Firma gesteckt habe, in selber (oder grösserer) Menge zurückerhalte, wenn ich die Aktien abstosse.

Deshalb gelten Aktien als risikoreicher als Zinsanlagen.

Ich sollte nicht einzelne Wertpapiere kaufen

Es ist nicht besonders clever, in eine einzige Firma (oder einen einzigen Staat) zu investieren. Geht sie bankrott, verliere ich alles. Hinzu kommt, dass es aufwändig und je nach dem teuer ist, jede Aktie oder Anleihe einzeln auszuwählen und zu kaufen.

Praktischerweise ist das nicht nötig. Es gibt vorgeschnürte Päckchen, die ich als ganzes erwerben kann – sogenannte Anlagefonds.

Anlagefonds

Ein Fond ist eine kollektive Finanzanlage: Eine Gruppe von Anleger legt ihr Geld in einen Topf. Und dieser Topf wird von einem Finanzinstitut investiert.

Fonds bestehen aus den verschiedensten Anlageprodukten. Es gibt zum Beispiel Fonds, die nur Aktien von Schweizer Firmen enthalten. Andere haben nur nachhaltige Titel drin. Wieder andere mischen Anleihen und Aktien etc.

Der Vorteil besteht darin, dass ich mich nicht selbst um das Anlegen kümmern muss. Ich übergebe diese Aufgabe einer professionellen Institution. Ausserdem kann man mit einer Transaktion gleichzeitig in mehrere Anlagen investierenein geschnürtes Paket.

Der Nachteil besteht darin, dass ich für die Verwaltung dieses Fonds oftmals eine Gebühr bezahle, die dann meine Gewinne schmälert. Diese kannst ich aber minimieren, in dem ich einen günstigen (oft digitalen) Anbieter wähle, oder den Fond direkt bei der Börse erwerbe.

(Aktuell investiere ich zum Beispiel in Exchange Traded Funds (ETFs), also börsengehandelte Fonds, die ich über einen online Broker kaufe. Das hält die Gebühren tief.)

Alternative Anlagen: Investment in Gold und Co.

Neben den zwei Hauptkategorien an Finanzanlagen – Zinsanlagen und Aktien – gibt es noch die Kategorie der alternativen Analgen. Ein ausgewogenes Portfolio enthält oftmals auch (ein kleiner Anteil) von diesen.

Zu den alternativen Anlagen gehören:

  • Commodities: Anlagen, deren Preisentwicklung von Rohstoffpreisen abhängig sind, z.B. Gold, Weizen oder Öl. Dabei kann man diese Commodities direkt kaufen (Gold in den Tresor legen), oder über Finanzinstrumente einkaufen.
  • Private Equity: Aktieninvestition in Unternehmen, die nicht an der Börse gehandelt sind.
  • Immobilien: Investitionen in Wohn- oder Geschäftsliegenschaften. Ziel ist es, Cash Flow zu erwirtschaften, zum Beispiel über Mieteinnahmen.
  • Hedge Funds: Heterogene Gruppe aktiv verwalteter Investmentfonds.
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Was muss ich vor dem Investieren unbedingt abklären? [Die drei Vorbereitungs-Fragen]

Investments sind immer mit Risiko verbunden. Das ist nicht per se ein Problem – Risiko ist nur dann gefährlich, wenn ich es kopflos eingehe.

Um den Köpfler ins seichte Wasser zu vermeiden, muss ich meine Situation evaluieren. Dabei helfen mir die drei Fragen, die mir auch jeder Finanzberater in einem Erstegespräch stellen würde.

Die Fragen zielen alle darauf ab, herauszufinden, wie viel Risiko ich eingehen bzw. wie viel Rendite ich erwarten kann (und will). Und das hat wiederum Einfluss darauf, wie sich mein Portfolio – die Gesamtheit meiner Anlagen – zusammensetzen wird. Denn, ja: Einfach Aktien meiner Lieblingsfirma zu kaufen, ist kaum eine gute Idee.

Wieso will ich investieren?

Die erste Frage, die ich mir stellen muss, ist die Frage nach meinem Ziel. „Geld vermehren“ reicht hier als Antwort nicht aus. Ich musst einen Schritt weiter gehen.

Will ich in 5 Jahren ein Haus kaufen, in 15 Jahren auswandern? Oder möchte ich meine Pension aufbessern, die ich frühstens in 30 Jahren beziehen möchte?

Die Fragen nach dem Investment-Ziel ist vor allem deshalb wichtig, weil sie Aufschluss gibt über den Zeithorizont meiner Geldanlage – also die Anzahl Jahre, die ich mein Geld in Investment-Produkte stecken möchte.

Und dieser Zeithorizont hat wiederum Einfluss darauf, wie viel Risiko ich eingehen kann. Die Faustregel lautet: Je länger der Zeithorizont, desto mehr Risiko kann ich eingehen –  die Zeit sorgt dafür, dass die Schwankungen weniger wichtig werden.

Wie sieht meine finanzielle Situation aus?

Die zweite Frage klärt meine finanziellen Verhältnisse, zum Beispiel…

  • Wächst mein Vermögen oder schrumpft es?
  • Wie viel Flüssiges brauche ich auf der Seite, um zu leben?
  • Muss ich andere versorgen oder nur mich selbst?
  • Was, wenn plötzlich eine hohe Spitalrechnung kommt?

Die Antworten geben Aufschluss über meine Risikofähigkeit: Wie viel Risiko kann ich überhaupt eingehen?

Wenn ich tendenziell mehr verdiene als ich ausgebe, ist meine Risikofähigkeit höher. Dasselbe gilt, wenn ich viel Geld auf der Seite habe und nicht von diesem Geld abhängig bin.

Wenig risikofähig bin ich hingegen, wenn mein Erspartes im Falle eines Spitalbesuchs sofort aufgebraucht wäre, oder ich von den Erträgen der Investitionen leben muss.

Die Risikofähigkeit ist eine objektive Sache – sie hat nichts mit meiner persönlichen Einstellung zu Risiko zu tun, sondern widerspiegelt meine finanzielle Situation.

Wie viel Risiko will ich eingehen?

Mit der dritten Frage kläre ich meinen Risikoappetit.

Der Risikoappetit ist im Gegensatz zur Risikofähigkeit eine subjektive Angelegenheit und eine Charakterfrage: Wie viel Risiko möchte ich ganz persönlich eingehen?

Ich muss die Fragen nicht alleine klären

Wer nicht auf eigene Faust anlegt, wird durch diese Fragen geführt. Das Abklären des „Rendite-Risiko-Profils“ gehört zu den Aufgaben professioneller Vermögensverwalter.

Meine ersten Investment-Schritte ausserhalb der Säule 3a waren mit Selma Finance – ein online Vermögensverwalter, der mich via Chat-Bot durch die Fragen führte.

Für dieses Angebot bin ich Selma dankbar – hätte ich mich während unmöglichen Öffnungszeiten in eine staubige Bankfiliale schleppen müssen, hätte ich meine Investment-Reise vielleicht nie angetreten.

Und vor allem: So kam ich viel günstiger als bei einem klassischen Anbieter, dank den deutlich tieferen Gebühren.