Kategorien
Grundlagen

Rendite und Risiko von Aktien [Das wichtigste Investment-Prinzip einfach erklärt]

Wer investiert, kommt nicht um sie herum – die zwei Grundkonzepte des Geldanlegens, die so eng verbunden sind wie Licht und Schatten, Yin und Yang, Liebe und Hass:

Rendite und Risiko.

Was genau steckt eigentlich hinter den Begriffen und was bedeuten sie für Anleger?

Rendite (aka. Erfolgserwartung)

Die Rendite ist der Prozentsatz der mir sagt, wie viel Ertrag ich erwarten kann.

Angenommen ich möchte 100 Franken investieren, und mir stehen zwei Investitionsmöglichkeiten zur Verfügung: Aktie A und Aktie B.

Die Rendite von Aktie A ist 10 %. Investiere ich die 100 Franken in diese Aktie, kann ich mit einem Gewinn von 10 Franken rechnen (das entspricht 10% der 100 Franken).

Die Rendite von Aktie B ist 3%. Investiere ich die 100 Franken in diese Aktie, kann ich mit einem Gewinn von 3 Franken rechnen (das entspricht den 3% der 100 Franken).

Möchte ich eine der Aktien kaufen, wäre die Entscheidung also einfach: Ich nehme Aktie A, weil ich deutlich mehr verdienen kann! Oder doch nicht…?

Risiko (aka. Abweichungsgefahr)

Die Rendite darf man nicht ohne ihren Gegenspieler betrachten: Das Risiko.

Das Risiko ist die Gefahr (oder auch die Chance), dass die tatsächliche Rendite einer Investition von der erwarteten Rendite abweicht.

Je grösser die diese Gefahr, desto höher das Risiko.

Aktie A hat also eine durchschnittliche Rendite von 10%. Es kommt aber sehr häufig vor, dass der tatsächliche Wert darunter oder darüber liegt. In einem Jahr liegt die Rendite nur bei 1%, in einem anderen Jahr plötzlich bei 16%, und dann plötzlich bei -5%. Die Schwankungen sind betrachtlich, das Risiko von Aktie A ist hoch.

Aktie B mit der durchschnittlichen Rendite von 3% weicht kaum von diesem Wert ab. Er ist höchstens mal bei 2.9% oder bei 3.1%. Die Schwankungen sind also gering, das Risiko von Aktie B ist klein.

Im Finanz-Jargon bezeichnet man diese Abweichungstendenz einer Investition übrigens als Volatilität. Ihre Höhe wird mit einem Wert genannt „Standardabweichung“ angegeben: Die durchschnittliche Abweichung aller Messwerte von ihrem Durchschnittswert. Je höher die Standardabweichung, desto höher das Risiko.

Mehr Rendite für mehr Risiko (und umgekehrt)

Wer risikofreudig ist und die grossen Schwankungen und in Kauf nimmt (oder nehmen kann), erwartet dafür auch hohe Gewinnchancen, sprich eine hohe Rendite – sozusagen als Kompensation für die Gefahr, der man sich aussetzt.

Umgekehrt gibt sich der risikoscheue Investor mit einer kleineren Gewinnchance zufrieden, er geht im Gegenzug aber auch ein kleineres Risiko auf Verlust ein.

Aktien gelten grundsätzlich als risikoreiche Investments, die stark schwanken, bei denen aber auch mehr Gewinn winkt.

Obligationen, Schweizer Staatsanleihen und andere Zinsanlagen sind risikoärmer, bieten aber auch kleinere Gewinnchancen.

Ein ausgeglichenes Portfolio enthält üblicherweise etwas von beidem.

Wer Zeit hat, kann sich mehr erlauben

Bei der Abwägung, wie viel Risiko ich eingehen will und kann, spielt der Zeithorizont eines Investments eine extrem wichtige Rolle.

Wenn ich für sehr lange Zeit anlege, hat ein hohes Risiko (sprich hohe Schwankungen) viel kleinere Auswirkungen: Heute fällt der Wert, morgen steigt er… Nicht so wichtig, wenn die Tendenz über die Zeit steigend ist.

Deshalb lohnt es sich, bei langfristigen Investments, zum Beispiel der Säule 3a, einen (hohen) Aktienanteil mit in Betracht zu ziehen. Aktien sind risikoreicher als andre Anlageformen. Der Wert des Portfolios wird also schwanken. Das Gewinnpotenzial ist aber ebenfalls höher, und über die Zeit kann es sich entfalten.

Hohe Rendite bei tiefem Risiko – ein Mythos?

Wer viel Zeit investieren will und kann, geht auf die Suche nach den Ausnahmen, die von diesem Prinzip abweichen: Investitionsmöglichkeiten, die trotz hoher Rendite ein geringes Risiko aufweisen.

Um diese Goldminen zu finden, muss man sich aber gut auskennen. Wird einem ein solches Angebot auf dem Silbertablett serviert, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass etwas nicht stimmt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert