Schon mal Kopf voran im See gelandet? Im Winter, meine ich. Bei Temperaturen, die am Gefrierpunkt kratzen.
Dieses Schicksal ereilte mich kurz vor Weihnachten. Und es war kalt. Zum erfrieren kalt.
Ich konnte nicht einmal schreien, als ich mich wieder an die Oberfläche gekämpft hatte. Es reichte nur für ein klägliches Quieken. Und das wurde schnell abgelöst von einem erbärmlichen Röcheln, das holprig dem Rhythmus meiner Zitteranfälle folgte.
Risiko kann ein Freund sein – wenn man sich richtig einrichtet
Mein theatralischer Kältetod nahm zur Erheiterung meiner Freundinnen kein Ende. Und ihr Theater war nicht minder gut, als sie sich kurz darauf selbst in die eisigen Fluten stürzten.
Wir holten uns nicht einmal eine Erkältung. Geschweige denn den Kältetod. Denn nach ein paar (sehr kurzen) Zügen waren wir schwuppdiwupp zurück in der der „Sauna am See“.
Ganz im Gegenteil: Statt zu verfrieren, profitierten wir von Kälteschock. Gut für die Durchblutung! Und wir hatten einen Heidenspass.

Hätten wir unsere Durchblutung aber in einem sibirischen Eissee anregen wollen, fernab von beheizten räumen und dampfenden Teekannen, wäre das Theater zur Realität geworden. Wir wären allesamt verfroren. Drei Frauen, mausetot im Nirgendwo.
In Sibirien würden wir aber niemals springen. Wir kennen die Risiken (und Chancen) von eiskaltem Wasser, und können uns so einrichten, dass wir nicht nur überleben, sondern profitieren.
Wer das Aktien-Risiko kennt, beherrscht es
Bei Aktien verhält es sich nicht anders: Wie kaltes Wasser bergen sie ein „angeborenes“ Risiko.
Bin ich mir dich dessen aber bewusst, kann ich mich einrichten. So, dass Aktien mir zwar ab und zu einen Schock verpassen, ich im Grossen und Ganzen aber von ihnen profitiere.

Fazit: Aktien bergen Risiken. Immer. Wie eiskalte Seen auch. Wenn man diese Risiken aber begreift, sind sie kein Problem, sondern ein Umstand, auf den man Rücksicht nehmen kann.