Kategorien
Grundlagen

Wieso schwanken Aktien? [Und wieso es Investoren egal sein kann]

Die Preise von Aktien sind nicht konstant. Einmal steigen sie, einmal fallen sie. Von Tag zu Tag sieht der Markt anders aus. Wieso eigentlich?

Das Grundprinzip ist einfach:

  • Wollen mehr Leute die Aktie, steigt der Preis.
  • Wollen weniger Leute die Aktien, sinkt der Preis.

Angebot und Nachfrage lassen die Aktienkurse schwanken

Eine Kurve nach oben oder nach unten ist also nichts anders als die veränderte Nachfrage im Verhältnis zum Angebot.

Mit Lollipops würde es sich ähnlich verhalten: Sind 10 Lollis zu vergeben und 100 Schleckmäuler im Raum, kann ich das Einzelstück teuer verkaufen. Sind 10 Lollipops zu vergeben, aber nur 2 Schleckmäuler im Raum, sinkt der Preis.

Die Auslöser für ein verändertes Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage sind divers (bei Aktien und bei Schläckstängel. Hier geht es aber um Aktien):

  • Ereignisse innerhalb einer Firma
  • Weltpolitischen Begebenheiten
  • Die menschliche Psyche

Äääähm, etwas konkreter, bitte!

Nehmen wir das erste Beispiel: Ereignisse innerhalb einer Firma, bekannt geworden durch die Presse…

Szenario 1: „Doppelt so viel Umsatz wie erwartet!“

Pressekonferenz zur Jahresbilanz: Voller stolz präsentiert die Finanzchefin die Firmen-Zahlen.

„Doppelt so viel Umsatz wie erwartet!“

Die Medien nehmen die News eifrig auf. Und die Reaktion der Öffentlichkeit folgt sofort:

  • „Die Geschäftsführung hat echt was drauf!“
  • „Der neue Stern am Unternehmenshimmel!“

Der Glauben an den Erfolg der Firma steigt. Und damit die Hoffnung der Investoren auf einen steigenden Aktienkurs und hohe Dividenden.

Alle wollen kaufen.

Die Nachfrage (interessierte Anleger) steigt, das Angebot (Anzahl Aktien) bleibt gleich. Der Preis pro Aktie steigt.

Diese Entwicklung nach oben bleibt nicht unbemerkt.

„Wow, die Aktie geht aber ab!“, „Ich will auch profitieren!“, denken sich weitere Investoren.

Der Aktienkurs der Firma steigt weiter.

Szenario 2: „Das Bio-Label war gefälscht“

In über einem Drittel der Produkte der Firma wurden Pestizide entdeckt – vermutlich krebsfördernd! Es war doch nicht 100% Bio. Nicht einmal annähernd.

Die schlechten Schlagzeilen überfluten die Medien.

Die Reaktion der Öffentlichkeit folgt sofort:

  • „Was für eine verantwortungslose Firma!“
  • „Wem kann man da noch vertrauen!“
  • „Bio ist sowieso immer nur ein Fake!“

Der Glauben an den Erfolg der Firma sinkt. Und damit die Hoffnung der Anleger auf Gewinne durch Kursgewinne und hohe Dividenden – falls die Firma überhaupt überlebt! Alle wollen verkaufen.

Die Nachfrage (interessierte Anleger) sinkt, das Angebot (Anzahl Aktien) bleibt gleich. Der Preis steigt pro Aktie sinkt.

Diese Entwicklung nach unten bleibt nicht unbemerkt.

„OMG, die Aktien sinken! Meine Aktien sinken!“, „Ich muss sie loswerden, bevor es noch schlimmer wird!„, sagen sich weitere Investoren.

Der Aktienkurs sinkt weiter.

Und die Bad News strahlen auf die ganze Branche aus: Die Aktienkurs anderer Bio-Firmen sinken ebenfalls, obwohl sie skandalfrei sind. Das Vertrauen der Anleger in das grüne Label als ganzes wurde erschüttert.

Ich sollte nicht kopflos mitstürmen (wie intelligent sind Schafe?)

Aber Achtung! Nur weil alle in eine Richtung stürmen (määääh), muss ich nicht mitrennen. An einer allgemeinen Euphorie oder Panik teilzunehmen, zahlt sich selten aus.

Mal überlegen…

  • Könnte es Sinn machen, zu kaufen, wenn die Aktienkurse am Boden sind? (Versteckte Chance: Schnäppchen, deren Preis wieder steigen wird. Jey!)
  • Wenn alle wie gepickt gewissen Aktien nachrennen – sind die dann nicht plötzlich überbewertet? (Verstecktes Risiko: Ich kaufe genau an Vorabend des Tages, an dem sich die Kurse der Realität angleichen und einbrechen. Mööp.)

Mich müssen die Schwankungen nicht kümmern…

Ich finde es wichtig, die Funktionsweise von Aktien zu verstehen. Zu wissen, wie die alltäglichen Schwankungen entstehen.

Darum scheren möchte ich mich aber nicht. Und ins alltäglich Getümmel werfe ich mich auch nicht. Zu nahe am Glücksspiel. Zu viel negativer Stress. Den mag ich nicht.

Ich investiere langfristig nach einer vordefinierten Strategie. Und zwar ohne gross auf die Schwankungen des Marktes zu achten. Passiv. Ich gehe davon aus, dass es langfristig hoch geht, über alle Schwankungen hinweg.

Die wichtigste Erkenntnis der Lektion für mich: Nicht kopflos mitrennen und an meiner Investmentstrategie festhalten, auch wenn die Wirtschaft (vorübergehend) die Rutschbahn runter geht.

Dieses Video von Investment-Guru Ray Dalio erklärt die Theorie hinter dieser Annahme: