Investments sind immer mit Risiko verbunden. Das ist nicht per se ein Problem – Risiko ist nur dann gefährlich, wenn ich es kopflos eingehe.
Um den Köpfler ins seichte Wasser zu vermeiden, muss ich meine Situation evaluieren. Dabei helfen mir die drei Fragen, die mir auch jeder Finanzberater in einem Erstegespräch stellen würde.
Die Fragen zielen alle darauf ab, herauszufinden, wie viel Risiko ich eingehen bzw. wie viel Rendite ich erwarten kann (und will). Und das hat wiederum Einfluss darauf, wie sich mein Portfolio – die Gesamtheit meiner Anlagen – zusammensetzen wird. Denn, ja: Einfach Aktien meiner Lieblingsfirma zu kaufen, ist kaum eine gute Idee.
Wieso will ich investieren?

Die erste Frage, die ich mir stellen muss, ist die Frage nach meinem Ziel. „Geld vermehren“ reicht hier als Antwort nicht aus. Ich musst einen Schritt weiter gehen.
Will ich in 5 Jahren ein Haus kaufen, in 15 Jahren auswandern? Oder möchte ich meine Pension aufbessern, die ich frühstens in 30 Jahren beziehen möchte?
Die Fragen nach dem Investment-Ziel ist vor allem deshalb wichtig, weil sie Aufschluss gibt über den Zeithorizont meiner Geldanlage – also die Anzahl Jahre, die ich mein Geld in Investment-Produkte stecken möchte.
Und dieser Zeithorizont hat wiederum Einfluss darauf, wie viel Risiko ich eingehen kann. Die Faustregel lautet: Je länger der Zeithorizont, desto mehr Risiko kann ich eingehen – die Zeit sorgt dafür, dass die Schwankungen weniger wichtig werden.

Wie sieht meine finanzielle Situation aus?
Die zweite Frage klärt meine finanziellen Verhältnisse, zum Beispiel…
- Wächst mein Vermögen oder schrumpft es?
- Wie viel Flüssiges brauche ich auf der Seite, um zu leben?
- Muss ich andere versorgen oder nur mich selbst?
- Was, wenn plötzlich eine hohe Spitalrechnung kommt?
Die Antworten geben Aufschluss über meine Risikofähigkeit: Wie viel Risiko kann ich überhaupt eingehen?
Wenn ich tendenziell mehr verdiene als ich ausgebe, ist meine Risikofähigkeit höher. Dasselbe gilt, wenn ich viel Geld auf der Seite habe und nicht von diesem Geld abhängig bin.
Wenig risikofähig bin ich hingegen, wenn mein Erspartes im Falle eines Spitalbesuchs sofort aufgebraucht wäre, oder ich von den Erträgen der Investitionen leben muss.
Die Risikofähigkeit ist eine objektive Sache – sie hat nichts mit meiner persönlichen Einstellung zu Risiko zu tun, sondern widerspiegelt meine finanzielle Situation.
Wie viel Risiko will ich eingehen?
Mit der dritten Frage kläre ich meinen Risikoappetit.
Der Risikoappetit ist im Gegensatz zur Risikofähigkeit eine subjektive Angelegenheit und eine Charakterfrage: Wie viel Risiko möchte ich ganz persönlich eingehen?

Ich muss die Fragen nicht alleine klären
Wer nicht auf eigene Faust anlegt, wird durch diese Fragen geführt. Das Abklären des „Rendite-Risiko-Profils“ gehört zu den Aufgaben professioneller Vermögensverwalter.
Meine ersten Investment-Schritte ausserhalb der Säule 3a waren mit Selma Finance – ein online Vermögensverwalter, der mich via Chat-Bot durch die Fragen führte.
Für dieses Angebot bin ich Selma dankbar – hätte ich mich während unmöglichen Öffnungszeiten in eine staubige Bankfiliale schleppen müssen, hätte ich meine Investment-Reise vielleicht nie angetreten.
Und vor allem: So kam ich viel günstiger als bei einem klassischen Anbieter, dank den deutlich tieferen Gebühren.




