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In was kann ich investieren? [Die Anlagemöglichkeiten und deren Risiko]

Aktien, Obligationen, Immobilien, Gold, Fonds, Private Equity…

Als ich zum ersten Mal meinen Zehn in den Investment-Tümpel streckte, schwirrte mir zünftig der Kopf.

Die Investment-Möglichkeiten schienen mir nicht nur unendlich, sondern auch unendlich kompliziert.

Meine erste Reaktion: Zu verwirrend. Ich bin ja kein Investment-Experte! Ich beschäftige mich lieber mit etwas anderem.

Ich ging nach Indien und wurde Yoga-Lehrerin.

Interessanterweise schien das viele Dehnen meine Verkrampftheit zum Thema Geld zu lösen. Wer kein Experte ist, kann einer werden! Also informierte ich mich. Und lernte.

Es gibt Sachanlagen und Finanzanlagen

Die Investment-Welt unterschiedet zwischen zwei Hauptkategorien von Anlagen:

  1. Sachanlagen: Ich stecke Geld in Dinge, die für die Herstellung von Produkte und die Erbringung von Dienstleistungen nötig sind. Dazu gehören Maschinen, Fahrzeuge, Bürogebäude.
  2. Finanzanlagen: Ich stelle Organisationen Kapital zur Verfügung, damit diese Sachwerte kaufen können.

Mich interessieren Finanzanlagen

Ich will keine Auto kaufen um Pizzas auszuliefern. Ich will mein Geld für mich arbeiten lassen. Mich interessiert hier also die zweite Kategorie: die Finanzanlagen.

Die Finanzanlagen lassen sich in zwei Hauptkategorien teilen: Zinsanlagen und Aktien.

Zinsanlagen aka. Anleihen

Geld gegen eine Gebühr; kleineres Risiko und kleinere Rendite

Investiere ich in Zinsanlagen, leihe ich jemandem gegen eine Gebühr für eine bestimmte Zeit Geld. Am Ende der Laufzeit erhalte ich das geliehene Geld wieder zurück. Man spricht bei Zinsanlagen auch von Anleihen.

Wie verdiene ich mein Geld?

Ich verdiene Geld durch die Zinszahlungen des Geldnehmers: Ich erhalte während der vorbestimmten Laufzeit regelmässig eine Zahlung.

Wem gebe ich das Geld und was passiert damit?

Der Geldnehmer kann ein Unternehmen sein oder auch ein Staat. Er nimmt mein Geld, um damit Investitionen zu tätigen.

Beispiel: Ich leihe einem Schreiner Geld, damit er neue Sägemaschinen kaufen kann. Der Schreiner geht davon aus, dass er dank diesen neuen Sägen mehr Gewinn erwirtschaftet. So viel, dass er mir seine Schulden inkl. Zinsen zurückzahlen kann, und trotzdem noch etwas übrig ist.

Worin besteht das Risiko?

Ich erhalte mein Geld nicht zurück, wenn der Geldnehmer zahlungsunfähig wird, zum Beispiel weil er bankrott geht.

Gilt ein Geldgeber als instabil, ist dieses Risiko höher. Dafür erhalte ich mehr Zinsen, um für das Risiko kompensiert zu werden.

Kaufe ich zum Beispiel Schweizer Staatsanleihen, erhalte ich weniger Zinsen, als wenn ich griechische Staatsanleihen kaufe. Die Schweiz gilt als stabiler als Griechenland. Das Risiko, dass die Schweiz die Schulden oder Zinsen nicht (zurück-) zahlen kann, ist geringer.

Zinsanlagen gelten als risikoärmer als Aktien.

Aktien aka. Dividendenpapiere

Geld gegen einen Anteil der Firma; grösseres Risiko und grössere Rendite

Investiere ich in Aktien, stelle ich einer Firma Geld zur Verfügung, in dem ich einen Anteil der Firma kaufe. Dadurch werde ich Miteigentümer. Man spricht bei Aktien auch von Dividendenpapieren.

Im Gegensatz zu Zinsanlagen haben Aktien keine beschränkte Laufzeit – ich besitze sie, bis ich sie verkaufe bzw. bis sie nicht mehr existieren, zum Beispiel weil die Firma pleite geht.

Wie verdiene ich mein Geld?

Ich verdiene Geld durch den Erfolg der Firma. Einerseits in Form von Dividenden, anderseits in Form von Kursgewinnen.

Dividenden sind ein Anteil am Gewinn, der die Firma allen Aktionären ausschüttet (proportional zum Anteil der Aktien, die sie halten). Die Dividenden variieren von Jahr zu Jahr, je nach dem, wie gut es bei der Firma läuft. Wenn es gut läuft, erhalte ich mehr, wenn es schlecht läuft weniger.

Kursgewinne erziele ich, wenn die Aktie (bzw. die Firma) an Wert gewinnt. Ist die Nachfrage nach einer Aktie hoch, steigt ihr Wert. Sinkt die Nachfrage, sinkt auch der Wert der Aktie. Idealerweise kaufe ich eine Aktie also zu einem tiefen Kurs und verkaufe sie wenn sie super beliebt ist zu einem hohen Kurs.

Im Gegensatz zu Zinsanlagen habe ich bei Aktien also nicht nur die Chance auf eine regelmässige Zahlung. Eventuell erhalte ich am Schluss auch mehr Geld zurück, als ich ursprünglich investiert habe.

Dementsprechend ist die Renditeerwartung von Aktien grundsätzlich höher als die von Zinsanlagen.

Wem gebe ich das Geld und was passiert damit?

Die Geldnehmer ist die Firma, die die Aktien ausstellt und an der Börse handelt. Sie nutzt das Kapital, um langfristig Investitionen zu tätigen, zum Beispiel um neue Mitarbeiter einzustellen.

Worin besteht das Risiko?

Dividenden sind im Gegensatz zu Zinsen nicht fix. Hat die Firma ein schlechtes Jahr, fallen die Dividenden geringer aus. Oder sie entfallen komplett.

Geld verliere ich, wenn der Kurs der Aktie sinkt. Im Gegensatz zu Zinsanleihen kann ich also nicht davon ausgehen, dass ich das Geld, das ich in die Firma gesteckt habe, in selber (oder grösserer) Menge zurückerhalte, wenn ich die Aktien abstosse.

Deshalb gelten Aktien als risikoreicher als Zinsanlagen.

Ich sollte nicht einzelne Wertpapiere kaufen

Es ist nicht besonders clever, in eine einzige Firma (oder einen einzigen Staat) zu investieren. Geht sie bankrott, verliere ich alles. Hinzu kommt, dass es aufwändig und je nach dem teuer ist, jede Aktie oder Anleihe einzeln auszuwählen und zu kaufen.

Praktischerweise ist das nicht nötig. Es gibt vorgeschnürte Päckchen, die ich als ganzes erwerben kann – sogenannte Anlagefonds.

Anlagefonds

Ein Fond ist eine kollektive Finanzanlage: Eine Gruppe von Anleger legt ihr Geld in einen Topf. Und dieser Topf wird von einem Finanzinstitut investiert.

Fonds bestehen aus den verschiedensten Anlageprodukten. Es gibt zum Beispiel Fonds, die nur Aktien von Schweizer Firmen enthalten. Andere haben nur nachhaltige Titel drin. Wieder andere mischen Anleihen und Aktien etc.

Der Vorteil besteht darin, dass ich mich nicht selbst um das Anlegen kümmern muss. Ich übergebe diese Aufgabe einer professionellen Institution. Ausserdem kann man mit einer Transaktion gleichzeitig in mehrere Anlagen investierenein geschnürtes Paket.

Der Nachteil besteht darin, dass ich für die Verwaltung dieses Fonds oftmals eine Gebühr bezahle, die dann meine Gewinne schmälert. Diese kannst ich aber minimieren, in dem ich einen günstigen (oft digitalen) Anbieter wähle, oder den Fond direkt bei der Börse erwerbe.

(Aktuell investiere ich zum Beispiel in Exchange Traded Funds (ETFs), also börsengehandelte Fonds, die ich über einen online Broker kaufe. Das hält die Gebühren tief.)

Alternative Anlagen: Investment in Gold und Co.

Neben den zwei Hauptkategorien an Finanzanlagen – Zinsanlagen und Aktien – gibt es noch die Kategorie der alternativen Analgen. Ein ausgewogenes Portfolio enthält oftmals auch (ein kleiner Anteil) von diesen.

Zu den alternativen Anlagen gehören:

  • Commodities: Anlagen, deren Preisentwicklung von Rohstoffpreisen abhängig sind, z.B. Gold, Weizen oder Öl. Dabei kann man diese Commodities direkt kaufen (Gold in den Tresor legen), oder über Finanzinstrumente einkaufen.
  • Private Equity: Aktieninvestition in Unternehmen, die nicht an der Börse gehandelt sind.
  • Immobilien: Investitionen in Wohn- oder Geschäftsliegenschaften. Ziel ist es, Cash Flow zu erwirtschaften, zum Beispiel über Mieteinnahmen.
  • Hedge Funds: Heterogene Gruppe aktiv verwalteter Investmentfonds.
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Was muss ich vor dem Investieren unbedingt abklären? [Die drei Vorbereitungs-Fragen]

Investments sind immer mit Risiko verbunden. Das ist nicht per se ein Problem – Risiko ist nur dann gefährlich, wenn ich es kopflos eingehe.

Um den Köpfler ins seichte Wasser zu vermeiden, muss ich meine Situation evaluieren. Dabei helfen mir die drei Fragen, die mir auch jeder Finanzberater in einem Erstegespräch stellen würde.

Die Fragen zielen alle darauf ab, herauszufinden, wie viel Risiko ich eingehen bzw. wie viel Rendite ich erwarten kann (und will). Und das hat wiederum Einfluss darauf, wie sich mein Portfolio – die Gesamtheit meiner Anlagen – zusammensetzen wird. Denn, ja: Einfach Aktien meiner Lieblingsfirma zu kaufen, ist kaum eine gute Idee.

Wieso will ich investieren?

Die erste Frage, die ich mir stellen muss, ist die Frage nach meinem Ziel. „Geld vermehren“ reicht hier als Antwort nicht aus. Ich musst einen Schritt weiter gehen.

Will ich in 5 Jahren ein Haus kaufen, in 15 Jahren auswandern? Oder möchte ich meine Pension aufbessern, die ich frühstens in 30 Jahren beziehen möchte?

Die Fragen nach dem Investment-Ziel ist vor allem deshalb wichtig, weil sie Aufschluss gibt über den Zeithorizont meiner Geldanlage – also die Anzahl Jahre, die ich mein Geld in Investment-Produkte stecken möchte.

Und dieser Zeithorizont hat wiederum Einfluss darauf, wie viel Risiko ich eingehen kann. Die Faustregel lautet: Je länger der Zeithorizont, desto mehr Risiko kann ich eingehen –  die Zeit sorgt dafür, dass die Schwankungen weniger wichtig werden.

Wie sieht meine finanzielle Situation aus?

Die zweite Frage klärt meine finanziellen Verhältnisse, zum Beispiel…

  • Wächst mein Vermögen oder schrumpft es?
  • Wie viel Flüssiges brauche ich auf der Seite, um zu leben?
  • Muss ich andere versorgen oder nur mich selbst?
  • Was, wenn plötzlich eine hohe Spitalrechnung kommt?

Die Antworten geben Aufschluss über meine Risikofähigkeit: Wie viel Risiko kann ich überhaupt eingehen?

Wenn ich tendenziell mehr verdiene als ich ausgebe, ist meine Risikofähigkeit höher. Dasselbe gilt, wenn ich viel Geld auf der Seite habe und nicht von diesem Geld abhängig bin.

Wenig risikofähig bin ich hingegen, wenn mein Erspartes im Falle eines Spitalbesuchs sofort aufgebraucht wäre, oder ich von den Erträgen der Investitionen leben muss.

Die Risikofähigkeit ist eine objektive Sache – sie hat nichts mit meiner persönlichen Einstellung zu Risiko zu tun, sondern widerspiegelt meine finanzielle Situation.

Wie viel Risiko will ich eingehen?

Mit der dritten Frage kläre ich meinen Risikoappetit.

Der Risikoappetit ist im Gegensatz zur Risikofähigkeit eine subjektive Angelegenheit und eine Charakterfrage: Wie viel Risiko möchte ich ganz persönlich eingehen?

Ich muss die Fragen nicht alleine klären

Wer nicht auf eigene Faust anlegt, wird durch diese Fragen geführt. Das Abklären des „Rendite-Risiko-Profils“ gehört zu den Aufgaben professioneller Vermögensverwalter.

Meine ersten Investment-Schritte ausserhalb der Säule 3a waren mit Selma Finance – ein online Vermögensverwalter, der mich via Chat-Bot durch die Fragen führte.

Für dieses Angebot bin ich Selma dankbar – hätte ich mich während unmöglichen Öffnungszeiten in eine staubige Bankfiliale schleppen müssen, hätte ich meine Investment-Reise vielleicht nie angetreten.

Und vor allem: So kam ich viel günstiger als bei einem klassischen Anbieter, dank den deutlich tieferen Gebühren.

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Setz nicht alles auf eine Karte! [Wie ich mit Diversifikation das Investment-Risiko reduziere]

Risiko gehört zum Investieren wie Blumen zum Frühling. Und es ist besonders hoch, wen man in Aktien investiert.

Risiko ist aber nicht gleich ein Problem. Ich musst es einfach verstehen, damit ich es bewusst eingehen und die Konsequenzen bewältigen kann.

Und es gibt Strategien, wie ich das Risiko minimieren kann. Der Klassiker unter diesen Strategien ist die Diversifikation.

Portfolio-Diversifikation: Investiere nicht nur in deine Lieblingsfirma

Diversifikation heisst, dass ich, statt alles auf eine Karte zu setzen, in mehrere Wertpapiere investiere.

Mit Diversifikation reduziere ich das Risiko – also die Gefahr, dass die tatsächliche Rendite von der erwarteten abweicht – ohne auf Renditeansprüche zu verzichten.

Das Geheimnis dahinter: Die Aktienkurse verschiedener Firmen entwickeln sich nicht im Gleichschritt. Die eine steigt, während die andere Fällt. So gleichen sie sich gegenseitig aus.

Je verschiedener die Firmen, desto grösser der Diversifikationseffekt

Es gibt allerdings Firmen, deren Aktienkurs sich sehr ähnlich bewegt (im Finanz-Jargon würde man sagen, sie haben eine hohe positive Korrelation).

Es nützt mir nichts wenn ich mein Geld auf drei Firmen verteile, deren Aktien genau nach demselben Muster hoch und runter gehen – sie werden sich nicht gegenseitig ausgleichen.

Ziel ist es, eine Kombination zu finden, die das Risiko minimiert und die Rendite maximiert.

Komplett weg-diversifizieren kann ich Risiko aber nicht. Eliminieren kann ich nur die Risiken, die spezifisch sind für eine Firma, im Finanz-Jargon als „unsystematisches Risiko“ bezeichnet. Mit dem Restrisiko muss ich aber leben. Dieses wird als „systematisches Risiko“ oder „Marktrisiko“ bezeichnet“.

In welche Aktien investiere ich für eine ideale Diversifikation?

Das ist eine Thema, bei dem sich die Finanzexperten mit theoretischen Konzepten wie „Efficient Frontier“ die Köpfe einschlagen. Und sich die Investment-Manager ein goldenes Näschen verdienen.

Mein Grundsatz: Über die gesamte Wirtschaft hinweg diversifizieren. Das heisst, Stock-Picking vermeiden (also das gezielte Auswählen einzelner Aktien). Stattdessen in einen Index investieren, der den Markt als Ganzes abbildet.

So verlasse ich mich nicht auf den Erfolg einiger rausgepickter Firmen, sondern gehe davon aus, dass die Wirtschaft langfristig als ganzes hoch geht. Damit fährt man als Kleinanleger am besten, glaubt man Investment-Ikonen wie Ray Dalio oder Warren Buffet, Vertreter der FIRE Bewegung und Finanz Coachs wie Tony Robbins.

Es gibt übrigens auch Indices, die beim Abbilden des Marktes Firmen ausschliessen, die Nachhaltigkeitskriterien nicht erfüllen. Bevor ich das begriffen hatte, konnte ich mit dieser Idee des super breiten Investierens wenig abgewinnen. Ich finde nämlich weder Krieg noch Luftverpestung toll und glaube an den (finanziellen) Erfolg nachhaltiger Firmen.

Diversifikation über Zeit, Ort und Analgetyp

Diversifizieren kann ich also nicht nur über Aktien verschiedener Firmen hinweg, sondern auch…

  • über die Zeit: Eine höhere Summe nicht auf einmal investieren, sonder verteilt über mehrere Monate oder sogar Jahre
  • über Wirtschaftsräume: Wie wäre es, nicht nur in der Schweiz über viele Staaten zu investieren?
  • über Analgeklassen: Das Risiko meines Portfolios reduziere ich auch, wenn ich nicht nur in Aktien, sondern auch z.B. in Anleihen investiere.

Als Beispiel: Ich zahle meine Säule 3a monatlich ein, nicht Ende Jahr. Wäre ja blöd, wenn ich die ganze Summe heute investiere und morgen die Wirtschaft zusammen bricht. In dem ich in Tranchen einzahle, reduziere ich dieses Risiko.

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Sind Aktien per se ein Risiko? [Ja, aber Risiko ist nicht per se ein Problem]

Schon mal Kopf voran im See gelandet? Im Winter, meine ich. Bei Temperaturen, die am Gefrierpunkt kratzen.

Dieses Schicksal ereilte mich kurz vor Weihnachten. Und es war kalt. Zum erfrieren kalt.

Ich konnte nicht einmal schreien, als ich mich wieder an die Oberfläche gekämpft hatte. Es reichte nur für ein klägliches Quieken. Und das wurde schnell abgelöst von einem erbärmlichen Röcheln, das holprig dem Rhythmus meiner Zitteranfälle folgte.

Risiko kann ein Freund sein – wenn man sich richtig einrichtet

Mein theatralischer Kältetod nahm zur Erheiterung meiner Freundinnen kein Ende. Und ihr Theater war nicht minder gut, als sie sich kurz darauf selbst in die eisigen Fluten stürzten.

Wir holten uns nicht einmal eine Erkältung. Geschweige denn den Kältetod. Denn nach ein paar (sehr kurzen) Zügen waren wir schwuppdiwupp zurück in der der „Sauna am See“.

Ganz im Gegenteil: Statt zu verfrieren, profitierten wir von Kälteschock. Gut für die Durchblutung! Und wir hatten einen Heidenspass.

Hätten wir unsere Durchblutung aber in einem sibirischen Eissee anregen wollen, fernab von beheizten räumen und dampfenden Teekannen, wäre das Theater zur Realität geworden. Wir wären allesamt verfroren. Drei Frauen, mausetot im Nirgendwo.

In Sibirien würden wir aber niemals springen. Wir kennen die Risiken (und Chancen) von eiskaltem Wasser, und können uns so einrichten, dass wir nicht nur überleben, sondern profitieren.

Wer das Aktien-Risiko kennt, beherrscht es

Bei Aktien verhält es sich nicht anders: Wie kaltes Wasser bergen sie ein „angeborenes“ Risiko.

Bin ich mir dich dessen aber bewusst, kann ich mich einrichten. So, dass Aktien mir zwar ab und zu einen Schock verpassen, ich im Grossen und Ganzen aber von ihnen profitiere.

Fazit: Aktien bergen Risiken. Immer. Wie eiskalte Seen auch. Wenn man diese Risiken aber begreift, sind sie kein Problem, sondern ein Umstand, auf den man Rücksicht nehmen kann.

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Rendite und Risiko von Aktien [Das wichtigste Investment-Prinzip einfach erklärt]

Wer investiert, kommt nicht um sie herum – die zwei Grundkonzepte des Geldanlegens, die so eng verbunden sind wie Licht und Schatten, Yin und Yang, Liebe und Hass:

Rendite und Risiko.

Was genau steckt eigentlich hinter den Begriffen und was bedeuten sie für Anleger?

Rendite (aka. Erfolgserwartung)

Die Rendite ist der Prozentsatz der mir sagt, wie viel Ertrag ich erwarten kann.

Angenommen ich möchte 100 Franken investieren, und mir stehen zwei Investitionsmöglichkeiten zur Verfügung: Aktie A und Aktie B.

Die Rendite von Aktie A ist 10 %. Investiere ich die 100 Franken in diese Aktie, kann ich mit einem Gewinn von 10 Franken rechnen (das entspricht 10% der 100 Franken).

Die Rendite von Aktie B ist 3%. Investiere ich die 100 Franken in diese Aktie, kann ich mit einem Gewinn von 3 Franken rechnen (das entspricht den 3% der 100 Franken).

Möchte ich eine der Aktien kaufen, wäre die Entscheidung also einfach: Ich nehme Aktie A, weil ich deutlich mehr verdienen kann! Oder doch nicht…?

Risiko (aka. Abweichungsgefahr)

Die Rendite darf man nicht ohne ihren Gegenspieler betrachten: Das Risiko.

Das Risiko ist die Gefahr (oder auch die Chance), dass die tatsächliche Rendite einer Investition von der erwarteten Rendite abweicht.

Je grösser die diese Gefahr, desto höher das Risiko.

Aktie A hat also eine durchschnittliche Rendite von 10%. Es kommt aber sehr häufig vor, dass der tatsächliche Wert darunter oder darüber liegt. In einem Jahr liegt die Rendite nur bei 1%, in einem anderen Jahr plötzlich bei 16%, und dann plötzlich bei -5%. Die Schwankungen sind betrachtlich, das Risiko von Aktie A ist hoch.

Aktie B mit der durchschnittlichen Rendite von 3% weicht kaum von diesem Wert ab. Er ist höchstens mal bei 2.9% oder bei 3.1%. Die Schwankungen sind also gering, das Risiko von Aktie B ist klein.

Im Finanz-Jargon bezeichnet man diese Abweichungstendenz einer Investition übrigens als Volatilität. Ihre Höhe wird mit einem Wert genannt „Standardabweichung“ angegeben: Die durchschnittliche Abweichung aller Messwerte von ihrem Durchschnittswert. Je höher die Standardabweichung, desto höher das Risiko.

Mehr Rendite für mehr Risiko (und umgekehrt)

Wer risikofreudig ist und die grossen Schwankungen und in Kauf nimmt (oder nehmen kann), erwartet dafür auch hohe Gewinnchancen, sprich eine hohe Rendite – sozusagen als Kompensation für die Gefahr, der man sich aussetzt.

Umgekehrt gibt sich der risikoscheue Investor mit einer kleineren Gewinnchance zufrieden, er geht im Gegenzug aber auch ein kleineres Risiko auf Verlust ein.

Aktien gelten grundsätzlich als risikoreiche Investments, die stark schwanken, bei denen aber auch mehr Gewinn winkt.

Obligationen, Schweizer Staatsanleihen und andere Zinsanlagen sind risikoärmer, bieten aber auch kleinere Gewinnchancen.

Ein ausgeglichenes Portfolio enthält üblicherweise etwas von beidem.

Wer Zeit hat, kann sich mehr erlauben

Bei der Abwägung, wie viel Risiko ich eingehen will und kann, spielt der Zeithorizont eines Investments eine extrem wichtige Rolle.

Wenn ich für sehr lange Zeit anlege, hat ein hohes Risiko (sprich hohe Schwankungen) viel kleinere Auswirkungen: Heute fällt der Wert, morgen steigt er… Nicht so wichtig, wenn die Tendenz über die Zeit steigend ist.

Deshalb lohnt es sich, bei langfristigen Investments, zum Beispiel der Säule 3a, einen (hohen) Aktienanteil mit in Betracht zu ziehen. Aktien sind risikoreicher als andre Anlageformen. Der Wert des Portfolios wird also schwanken. Das Gewinnpotenzial ist aber ebenfalls höher, und über die Zeit kann es sich entfalten.

Hohe Rendite bei tiefem Risiko – ein Mythos?

Wer viel Zeit investieren will und kann, geht auf die Suche nach den Ausnahmen, die von diesem Prinzip abweichen: Investitionsmöglichkeiten, die trotz hoher Rendite ein geringes Risiko aufweisen.

Um diese Goldminen zu finden, muss man sich aber gut auskennen. Wird einem ein solches Angebot auf dem Silbertablett serviert, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass etwas nicht stimmt.

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Hacks Säule 3a

Wieso ich meine ganze Säule 3a in Aktien investiere [der Millenial-Vorteil]

Als ich meine Säule 3a aufsetzte, musste ich mich entscheiden:

  • Eröffne ich ein 3a-Konto? Also eine Art Sparkonto mit einem festgelegten (niedrigen) Zinssatz und tiefem Risiko.
  • Oder stecke ich mein 3a Geld ganz oder teilweise in Wertpapiere? Meine Säule 3a enthält dann Finanzanlagen wie Aktien, mit höherer Rendite-Erwartung aber auch höherem Risiko.

Zuerst tendierte ich zum 3a Konto, oder einem Portfolio mit kleinem Aktienanteil. Alles andere schien mir zu riskant.

Doch dann machte mich ein Freund auf etwas aufmerksam, dass ich bis dahin so nicht begriffen hatte. Und das mich schlussendlich bewog, all meine 3a-Gelder in Aktien zu stecken.

Und dieses Etwas ist der Vorteil, der meine jungen Jahre mit sich bringen: Der Millenial-Vorteil.

Der lange Anlagehorizont begünstigt Aktiengewinne

Als ich die Säule 3a eröffnete, war ich 25 jung (in der Finanzwelt ist man mit 25 noch jung, ganz im Gegensatz zu TikTok). Es würden also noch viele Jahre vergehen, bis ich die Säule 3a plündere: 30 bis 40 Jahre bis zur Pension.

Und auch wenn ich mit 40 selbstständig werde und die Säule deshalb früher räume, würde das Geld für 15 Jahre in der Säule 3a stecken.

Und diese Jahre sorgen dafür, dass sich mein Vermögen von Krisen auf den Aktienmärkten (die auf jeden Fall eintreten werden) erholen kann.

Die Faustregel, an die ich mich halte: Investiere ich mein Geld für mehr als 10 Jahre in Aktien, kann es sich von Kriesen erholen. Man darf einfach nicht Hals über Kopf verkaufen, wenns runter geht.

Und das Gewinnpotenzial von Aktien ist deutlich höher als die kleinen Zinslein, die mir ein ein 3a Konto bieten (zumindest im heutigen Niedrigzinsumfeld). Eine Verdreifachung meines eingezahlten Kapitals über 30-40 Jahre ist mit Aktien nicht unwahrscheinlich.

Der Millenial-Vorteil hat noch einen zweiten Aspekt – ein Motor, der der Entwicklung meines Vermögens zusätzlichen Schub verleiht und über die Zeit seine Macht entfaltet: Zinseszins.

Der lange Anlagehorizont entfaltet die Macht des Zinseszins

Zahle ich zum Beispiel von 25 bis 64 jeden Monat den aktuellen Höchstbetrag von (aktuell) 568 Franken ein, sind das am Ende ein Total von 270’000 Franken an Einzahlungen.

  • Wähle ich als Anlageform ein 3a-Konto, die oft über sehr wenig Zinsen verfügen, bleibt dieser Betrag praktisch gleich.
  • Investiere ich die 3a-Gelder voll in Aktien, kann das finale Gesamtvermögen hingegen deutlich höher sein. Bei einer durchschnittlichen Entwicklung z.B. 700’000 Franken!

Ich weiss, das klingt jetzt mega reisserisch. Ich konnte es am Anfang auch nicht fassen. Aber eben: Selbst Albert Einstein bezeichnete Zinseszins als das achte Weltwunder.

Der richtige Anbieter ist ausschlaggebend

Will ich mein 3a-Vermögen schön wachsen sehen, musst ich mir gut überlegen, bei wem ich das Geld parkiere.

Gerade Banken tendieren nämlich dazu, happige Gebühren zu verlangen, wenn ich meine 3a-Gelder in Wertpapiere investiere. Das kann mich über die Jahre über 100’000 Franken kosten!

Einfache Art, mit Aktien in Kontakt zu kommen

Die die Säule 3a war übrigens die erste Investition in Aktien, die ich in meinem Leben tätigte.

Grund: Ich wollte und konnte nicht mit viel Geld einsteigen. Und mein 3a-Anbieter (Viac) verlangt keine Mindestinvestition. Ab einem Franken ist man dabei.

Solch tiefe Investitionssummen sind zwar auch ausserhalb des 3a-Kontextes möglich (bei online Broker). Aber nur, wenn man komplett auf eigene Faust investiert. Dafür fühlte ich mich damals nicht sicher genug.

Will ich ausserhalb des 3a-Kontextes mit Unterstützung (sprich vorstrukturiertem Portfolio) investieren, muss ich mit mehren Tausend Franken einsteigen.