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Setz nicht alles auf eine Karte! [Wie ich mit Diversifikation das Investment-Risiko reduziere]

Risiko gehört zum Investieren wie Blumen zum Frühling. Und es ist besonders hoch, wen man in Aktien investiert.

Risiko ist aber nicht gleich ein Problem. Ich musst es einfach verstehen, damit ich es bewusst eingehen und die Konsequenzen bewältigen kann.

Und es gibt Strategien, wie ich das Risiko minimieren kann. Der Klassiker unter diesen Strategien ist die Diversifikation.

Portfolio-Diversifikation: Investiere nicht nur in deine Lieblingsfirma

Diversifikation heisst, dass ich, statt alles auf eine Karte zu setzen, in mehrere Wertpapiere investiere.

Mit Diversifikation reduziere ich das Risiko – also die Gefahr, dass die tatsächliche Rendite von der erwarteten abweicht – ohne auf Renditeansprüche zu verzichten.

Das Geheimnis dahinter: Die Aktienkurse verschiedener Firmen entwickeln sich nicht im Gleichschritt. Die eine steigt, während die andere Fällt. So gleichen sie sich gegenseitig aus.

Je verschiedener die Firmen, desto grösser der Diversifikationseffekt

Es gibt allerdings Firmen, deren Aktienkurs sich sehr ähnlich bewegt (im Finanz-Jargon würde man sagen, sie haben eine hohe positive Korrelation).

Es nützt mir nichts wenn ich mein Geld auf drei Firmen verteile, deren Aktien genau nach demselben Muster hoch und runter gehen – sie werden sich nicht gegenseitig ausgleichen.

Ziel ist es, eine Kombination zu finden, die das Risiko minimiert und die Rendite maximiert.

Komplett weg-diversifizieren kann ich Risiko aber nicht. Eliminieren kann ich nur die Risiken, die spezifisch sind für eine Firma, im Finanz-Jargon als „unsystematisches Risiko“ bezeichnet. Mit dem Restrisiko muss ich aber leben. Dieses wird als „systematisches Risiko“ oder „Marktrisiko“ bezeichnet“.

In welche Aktien investiere ich für eine ideale Diversifikation?

Das ist eine Thema, bei dem sich die Finanzexperten mit theoretischen Konzepten wie „Efficient Frontier“ die Köpfe einschlagen. Und sich die Investment-Manager ein goldenes Näschen verdienen.

Mein Grundsatz: Über die gesamte Wirtschaft hinweg diversifizieren. Das heisst, Stock-Picking vermeiden (also das gezielte Auswählen einzelner Aktien). Stattdessen in einen Index investieren, der den Markt als Ganzes abbildet.

So verlasse ich mich nicht auf den Erfolg einiger rausgepickter Firmen, sondern gehe davon aus, dass die Wirtschaft langfristig als ganzes hoch geht. Damit fährt man als Kleinanleger am besten, glaubt man Investment-Ikonen wie Ray Dalio oder Warren Buffet, Vertreter der FIRE Bewegung und Finanz Coachs wie Tony Robbins.

Es gibt übrigens auch Indices, die beim Abbilden des Marktes Firmen ausschliessen, die Nachhaltigkeitskriterien nicht erfüllen. Bevor ich das begriffen hatte, konnte ich mit dieser Idee des super breiten Investierens wenig abgewinnen. Ich finde nämlich weder Krieg noch Luftverpestung toll und glaube an den (finanziellen) Erfolg nachhaltiger Firmen.

Diversifikation über Zeit, Ort und Analgetyp

Diversifizieren kann ich also nicht nur über Aktien verschiedener Firmen hinweg, sondern auch…

  • über die Zeit: Eine höhere Summe nicht auf einmal investieren, sonder verteilt über mehrere Monate oder sogar Jahre
  • über Wirtschaftsräume: Wie wäre es, nicht nur in der Schweiz über viele Staaten zu investieren?
  • über Analgeklassen: Das Risiko meines Portfolios reduziere ich auch, wenn ich nicht nur in Aktien, sondern auch z.B. in Anleihen investiere.

Als Beispiel: Ich zahle meine Säule 3a monatlich ein, nicht Ende Jahr. Wäre ja blöd, wenn ich die ganze Summe heute investiere und morgen die Wirtschaft zusammen bricht. In dem ich in Tranchen einzahle, reduziere ich dieses Risiko.

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Sind Aktien per se ein Risiko? [Ja, aber Risiko ist nicht per se ein Problem]

Schon mal Kopf voran im See gelandet? Im Winter, meine ich. Bei Temperaturen, die am Gefrierpunkt kratzen.

Dieses Schicksal ereilte mich kurz vor Weihnachten. Und es war kalt. Zum erfrieren kalt.

Ich konnte nicht einmal schreien, als ich mich wieder an die Oberfläche gekämpft hatte. Es reichte nur für ein klägliches Quieken. Und das wurde schnell abgelöst von einem erbärmlichen Röcheln, das holprig dem Rhythmus meiner Zitteranfälle folgte.

Risiko kann ein Freund sein – wenn man sich richtig einrichtet

Mein theatralischer Kältetod nahm zur Erheiterung meiner Freundinnen kein Ende. Und ihr Theater war nicht minder gut, als sie sich kurz darauf selbst in die eisigen Fluten stürzten.

Wir holten uns nicht einmal eine Erkältung. Geschweige denn den Kältetod. Denn nach ein paar (sehr kurzen) Zügen waren wir schwuppdiwupp zurück in der der „Sauna am See“.

Ganz im Gegenteil: Statt zu verfrieren, profitierten wir von Kälteschock. Gut für die Durchblutung! Und wir hatten einen Heidenspass.

Hätten wir unsere Durchblutung aber in einem sibirischen Eissee anregen wollen, fernab von beheizten räumen und dampfenden Teekannen, wäre das Theater zur Realität geworden. Wir wären allesamt verfroren. Drei Frauen, mausetot im Nirgendwo.

In Sibirien würden wir aber niemals springen. Wir kennen die Risiken (und Chancen) von eiskaltem Wasser, und können uns so einrichten, dass wir nicht nur überleben, sondern profitieren.

Wer das Aktien-Risiko kennt, beherrscht es

Bei Aktien verhält es sich nicht anders: Wie kaltes Wasser bergen sie ein „angeborenes“ Risiko.

Bin ich mir dich dessen aber bewusst, kann ich mich einrichten. So, dass Aktien mir zwar ab und zu einen Schock verpassen, ich im Grossen und Ganzen aber von ihnen profitiere.

Fazit: Aktien bergen Risiken. Immer. Wie eiskalte Seen auch. Wenn man diese Risiken aber begreift, sind sie kein Problem, sondern ein Umstand, auf den man Rücksicht nehmen kann.