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COVID19

COVID19 lässt die Märkte crashen – ich investiere weiter

Jetzt ist es passiert: COVID19 hat die Wirtschaft in einen Schockzustand versetzt. Die Märkte sind eingebrochen. Der erste markante Crash, den ich als Investorin erlebe.

All die hypothetischen Szenarien, mit denen ich mich auseinander gesetzt habe, sind plötzlich Realität.

Verlust, Verlust, Verlust

Mein online Broker sendet mir eine E-Mail nach der anderen. Betreff: „Benachrichtigungen für Positionen mit 10% (oder mehr) Kursbewegung“ – nach unten.

  • 11. März: „…Kursverlust von 11.17%
  • 13. März: „…Kursverlust von 20.30%
  • 18. März: „…Kursverlust von 32.35%“

Bei meiner Säule 3a, die fast 100% aus Aktien besteht, stand eben noch GEWINN im Titel – gefolgt von einer bemerkenswerten Tausenderzahl. Rendite: über 18%.

Jetzt steht VERLUST – ebenfalls gefolgt von einer bemerkenswerten Tausenderzahl. Jetzt einfach mit einem Kleinen Strichlein vorgeschoben. Verlust: bald 15%.

Ich könnte weitere Beispiele nennen. Ich habe mein Geld auf verschiedene Anbieter verteilt.

Alles verkaufen, Einzahlungen stoppen?

Was ich ein einer solchen Situation machen will, habe ich mir zu Beginn meiner Investment-Reise zurechtgelegt:

Weitermachen wie gehabt – meine Positionen halten, ununterbrochen monatlich einzahlen.

Auch wenn jede neue Einzahlung am nächsten Tag bereits wieder im Keller ist.

Auch wenn alle panisch verkaufen.

Auch wenn die aktuelle Stimmung glauben lässt, dass es diesmal alles anders ist. Anders als bei der Ölkrise von 1973. Anders als bei der Finanzkrise 2008. Anders als alles, das wir je gesehen haben! Dass wir nicht davon ausgehen können, dass es wider gut wird!! Dass sich die Märkte diesmal nicht erholen werden!!!

Sollte ich doch von meiner Strategie abweichen, meine Einzahlungen stoppen, oder sogar alles verkaufen?

Alles halten, zusätzlich Geld reinbuttern?

Es gibt auch finanziell gebildete Menschen in meinem Umfeld, die davon ausgehen, dass es gut kommt. Die davon überzeugt sind, dass JETZT der Moment gekommen ist, zu kaufen.

Sie weichen umgekehrt von ihrem gewohnten Muster ab als die Masse: Sie investieren deutlich mehr als vorher. Kaufen zusätzliche Positionen.

Ihre Annahme: Jetzt kann ich günstig kaufen und dann warten und zusehen, wie sich die Märkte erholen und der Wert meiner „Schnäppchen“ durch die Decke gehen.

Sollte ich umgekehrt von meiner Strategie abweichen, meine monatlichen Einzahlungen erhöhen, auf Schnäppchenjagd gehen?

Ich investiere weiter wie gehabt

Ich kann nicht wissen, ob es dieses Mal anders ist. Niemand weiss, wie COVID19 für die Märkte (und die Welt) enden wird.

Meine Entscheidung: Ich halte an meiner ursprünglichen Strategie fest und zahle wie gehabt ein. Monat für Monat. Im selben Verhältnis an Aktien und Zinsanlagen.

Genau wegen solchen Kriesen habe ich mich ja vorbereitet: Rendite und Risiko verstehen gelernt, Diversifikation unter die Lupe genommen, meine Risikofähigkeit und meinem Risikoappetit evaluiert.

  • Meine Risikofähigkeit: Ich habe nur Geld investiert, von dem ich nicht unmittelbar abhängig bin. Ich kann Jahre darauf warten, dass sich die Märkte erholen.
  • Mein Risikoappetit: Krisen hauen mich nicht aus dem Sattel, ich handle nicht überstürzt, sehe auch ihre Chancenseiten.

Das Festhalten an meiner Strategie impliziert natürlich, dass ich davon ausgehe, dass sich die Märkte erholen werden. Verkaufen und Einzahlungen stoppen ist also keine Option für mich.

Ich glaube aber auch, dass niemand weiss, wann der Tiefpunkt erreicht ist. Monatliche Einzahlungen erhöhen und auf Schnäppchenjagd gehen mit der Annahme, mit Wachstumsgarantie kaufen zu können, betrachte ich also ebenso als unklug wie überstürztes Verkaufen. (Ausser man sucht den den Kick – dann ist die Motivation aber nicht mehr Vermögensvermehrung, sondern Adrenalin.)

Ich vermeide negativen Stress

Es gibt noch einen weiteren Grund, wieso ich mich ursprünglich für diese passive, regelmässige Investitionsstrategie entschieden habe und jetzt auch daran festhalte: Ich stresse mich nicht gerne unnötig.

Würde ich aktiv investieren, Schnäppchen suche, überstürzt verkaufen und kaufen, müsste ich mich auch aktiv mit dem Markt beschäftigen. Immer up to date bleiben. Und darauf habe ich ganz ehrlich gesagt keine Lust.

Ob ich gut entschieden habe, wird sich in ein paar Jahren (Jahrzehnten?) zeigen.

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Derivate Finanzprodukte – was ist das? [Optionen, Futures, Swaps und Co.]

Derivate ist ein Sammelbegriff für verschiedenste Finanzinstrumente, die auch als Termingeschäfte bezeichnet werden.

Zu den bekanntesten Derivaten zählen Optionen, Forwards, Futures und Swaps.

Was sie alle gemeinsam haben: Ihr Wert ist an ein anderes Produkt geknüpft, z.B. an eine Aktien oder an Kaffee. Damit ein derivates Finanzprodukt funktionsfähig wird, müssen weitere Parameter festgelegt werden, z.B. die Laufzeit.

Etwas technischer ausgedrückt:

„Finanzkontrakte, deren Wert von einem oder mehreren Basisinstrumenten & anderen Variablen (Laufzeit, Art der Lieferung) abhängen“.

Prof. Marc Chesney, Universität Zürich

Mit Derivaten kann man sich absichern oder spekulieren

Derivate Finanzprodukte dienten Firmen ursprünglich der Absicherung von Risiken (Hedging).

Sie entwickelten sich aber zunehmend auch zu Spekulations– und Arbitrage-Instrumenten für Firmen und Privatanleger – teilweise mit fatalen Folgen: Kombiniert mit systematischem ethischem Versagen haben Derivate signifikant zur Finanzkrise 2008 beigetragen, so der Financial Crisis Inquiry Report von Januar 2011.

Werfen wir zuerst kurz einen Blick auf ihren Ursprung: Die Absicherung. Als Privatperson nutze ich Derivate kaum zu diesem Zweck (also ich persönlich nutze sie überhaupt nicht – mehr dazu weiter unten). Aber da Derivate als Absicherungsinstrument greifbarer sind als der Derivate als Spekulationsinstrument, schauen wir uns das kurz an – meinem Verständnis half es auf jeden Fall auf die Sprünge.

Derivate als Absicherung gegen Risiken

Derivate oder Termingeschäfte erlauben mir, jetzt festzulegen, zu welchem Preis ich ein Produkt zu einem Zeitpunkt in der Zukunft kaufen oder verkaufen werde. Es wird der festgelegte Preis bezahlt, auch wenn der Marktpreis fällt oder steigt – z.B. für eine Tonne Kaffee.

Firmen haben dadurch finanzielle Planungssicherheit. Der Kaffee wird den Käufer nicht plötzlich viel mehr kosten als erwartet, weil sich der Marktpreis verdoppelt hat. Der Verkäufer wird nicht plötzlich viel weniger für den Kaffee kriegen, weil der Marktpreis eingesackt ist.

Dafür nehmen die Händler in Kauf, dass sie für den Kaffee zum festgelegten Handelszeitpunkt mehr bezahlen (Käufer) oder weniger erhalten (Verkäufer) als der aktuelle Marktpreis.

Absichern kann man sich aber nicht nur gegen Marktrisiken wie schwankende Rohstoff- oder Aktienpreise. Auch gegen Währungsrisiken (eine Währung gewinnt oder verliert an Wert) und Zinsrisiken (fallen oder steigen) kann sich mit Derivaten absichern.

Nehmen wir das Währungsrisiko.

Angenommen, ein deutscher Käseimporteur muss in 3 Monaten 100’000 Franken für Schweizer Gruyere bezahlen. Wird der Schweizer Frankens im Vergleich zum Euro in diesem Zeitraum aufgewertet, muss der Importeur plötzlich mehr Euro für den Käse hinblättern, um die 100’000 Franken zu tilgen.

Der Importeur kann sich auch hier mit Hedging in Form eines Termingeschäfts absichern: Gemeinsam mit dem Käsehändler legt er bereits jetzt fest, zu welchem Wechselkurs er die Lieferung bezahlen wird.

Je nach Form des Termingeschäftes habe ich als Käufer die Wahl, das Geschäft sausen zu lassen.

Futures & Forwards: Einmal gekauft, muss ich mich daran halten

Es gibt zwei Arten von Derviaten bzw. Termingeschäften: Unbedingte und bedingte.

Unbedingte Termingeschäfte sind, wie der Name schon sagt, bedingungslos. Die Vertragsparteien müssen das Geschäft zu den festgehaltenen Konditionen vollziehen.

Zu den unbedingten Termingeschäften gehören

  • Futures: Unbedingte Termingeschäfte, die an der Börse gehandelt werden.
  • Forwards: Unbedingte Termingeschäfte die ausserbörslich (OTC oder „Over The Counter“, also über den „Schalter“) gehandelt werden.

Optionen: Der Käufer kann das Geschäft stoppen

Bedingte Termingeschäfte geben dem Käufer das Recht, zu wählen, ob der Handel zustande kommt oder nicht. Dafür zahlt er zu Beginn der Laufzeit eine Prämie an den Verkäufer (auch „Stillhalter“ genannt).

Typische bedingte Termingeschäfte sind Optionen. (Aha! Optionen= optional= Wahlrecht= bedingte Termingeschäfte. Katsching!).

  • Optionen: Bedingte Termingeschäfte, bei denen ich als Käufer die Wahl habe, ob ich den Handel vollziehen will oder nicht. Dafür zahle ich als Käufer eine Prämie an den Verkäufer.

Es werden zwei Formen von Optionen unterschieden:

  • Kaufoption aka. Call Optionen: Ich erhalte als Käufer das Recht, die Option zu kaufen .
  • Verkaufsoption aka. Put Optionen: Ich erhalte als Käufer das Recht, die Option zu verkaufen.

Derivate als Spekulations-Instrumente

Komme ich als Privatperson mit Derivaten in Kontakt, befinde ich mich höchst wahrscheinlich im Bereich der Spekulation.

Spekulieren heisst, dass ich basierend auf einer Annahme (zu einer Marktentwicklung) einen Gewinn erzielen will.

Beispiel: Ich erwarte, dass der Swiss Market Index (SMI) steigen wird. Und möchte mit diesem Anstieg Geld verdienen. Also kaufe ich einen SMI-Future in der Hoffnung, diesen in drei Monaten teurer verkaufen zu können.

Natürlich könnte ich einfach Aktien kaufen.

Derivate haben aber eine Eigenschaft, die die Augen von Spekulanten glänzen lassen: Hebelwirkung. Ich kann mit geringem Einsatz verhältnismässig viele Wertpapiere kaufen. Das kann meinen Gewinn ver-x-fachen. Dasselbe gilt aber auch für potenzielle Verluste.

Noch ein bisschen Finanz-Jargon: Im oben beschrieben Fall wäre ich in der „Long“ Position: Ich setze auf steigende Märkte. Ich könnte auch das Gegenteil tun und darauf setzen, dass der Markt sinkt. Dann würde ich „Short“ gehen.

Vielleicht hast du den Oskar-gekrönten Film „The Big Short“ gesehen? Da setzte der Hauptdarsteller auf den Einbruch der amerikanischen Wirtschaft (ging „short“). Die Finanzkrise kommt. Er verdient massenhaft Geld.

Derivate passen nicht in meine Strategie

Big Short finde ich recht Cool als Film. Trotzdem handle ich nicht mit Futures und Co. – weder in der Short- noch in der Long-Position. Zu nahe am Glücksspiel. Zu viel negativer Stress. Den mag ich nicht.

Ich investiere langfristig nach einer vordefinierten Strategie. Und die ist passiv. Ich wähle keine einzelnen Titel oder Entwicklungen aus sondern gehe davon aus, dass es langfristig hoch geht, über Schwankungen und Märkte hinweg.

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In was kann ich investieren? [Die Anlagemöglichkeiten und deren Risiko]

Aktien, Obligationen, Immobilien, Gold, Fonds, Private Equity…

Als ich zum ersten Mal meinen Zehn in den Investment-Tümpel streckte, schwirrte mir zünftig der Kopf.

Die Investment-Möglichkeiten schienen mir nicht nur unendlich, sondern auch unendlich kompliziert.

Meine erste Reaktion: Zu verwirrend. Ich bin ja kein Investment-Experte! Ich beschäftige mich lieber mit etwas anderem.

Ich ging nach Indien und wurde Yoga-Lehrerin.

Interessanterweise schien das viele Dehnen meine Verkrampftheit zum Thema Geld zu lösen. Wer kein Experte ist, kann einer werden! Also informierte ich mich. Und lernte.

Es gibt Sachanlagen und Finanzanlagen

Die Investment-Welt unterschiedet zwischen zwei Hauptkategorien von Anlagen:

  1. Sachanlagen: Ich stecke Geld in Dinge, die für die Herstellung von Produkte und die Erbringung von Dienstleistungen nötig sind. Dazu gehören Maschinen, Fahrzeuge, Bürogebäude.
  2. Finanzanlagen: Ich stelle Organisationen Kapital zur Verfügung, damit diese Sachwerte kaufen können.

Mich interessieren Finanzanlagen

Ich will keine Auto kaufen um Pizzas auszuliefern. Ich will mein Geld für mich arbeiten lassen. Mich interessiert hier also die zweite Kategorie: die Finanzanlagen.

Die Finanzanlagen lassen sich in zwei Hauptkategorien teilen: Zinsanlagen und Aktien.

Zinsanlagen aka. Anleihen

Geld gegen eine Gebühr; kleineres Risiko und kleinere Rendite

Investiere ich in Zinsanlagen, leihe ich jemandem gegen eine Gebühr für eine bestimmte Zeit Geld. Am Ende der Laufzeit erhalte ich das geliehene Geld wieder zurück. Man spricht bei Zinsanlagen auch von Anleihen.

Wie verdiene ich mein Geld?

Ich verdiene Geld durch die Zinszahlungen des Geldnehmers: Ich erhalte während der vorbestimmten Laufzeit regelmässig eine Zahlung.

Wem gebe ich das Geld und was passiert damit?

Der Geldnehmer kann ein Unternehmen sein oder auch ein Staat. Er nimmt mein Geld, um damit Investitionen zu tätigen.

Beispiel: Ich leihe einem Schreiner Geld, damit er neue Sägemaschinen kaufen kann. Der Schreiner geht davon aus, dass er dank diesen neuen Sägen mehr Gewinn erwirtschaftet. So viel, dass er mir seine Schulden inkl. Zinsen zurückzahlen kann, und trotzdem noch etwas übrig ist.

Worin besteht das Risiko?

Ich erhalte mein Geld nicht zurück, wenn der Geldnehmer zahlungsunfähig wird, zum Beispiel weil er bankrott geht.

Gilt ein Geldgeber als instabil, ist dieses Risiko höher. Dafür erhalte ich mehr Zinsen, um für das Risiko kompensiert zu werden.

Kaufe ich zum Beispiel Schweizer Staatsanleihen, erhalte ich weniger Zinsen, als wenn ich griechische Staatsanleihen kaufe. Die Schweiz gilt als stabiler als Griechenland. Das Risiko, dass die Schweiz die Schulden oder Zinsen nicht (zurück-) zahlen kann, ist geringer.

Zinsanlagen gelten als risikoärmer als Aktien.

Aktien aka. Dividendenpapiere

Geld gegen einen Anteil der Firma; grösseres Risiko und grössere Rendite

Investiere ich in Aktien, stelle ich einer Firma Geld zur Verfügung, in dem ich einen Anteil der Firma kaufe. Dadurch werde ich Miteigentümer. Man spricht bei Aktien auch von Dividendenpapieren.

Im Gegensatz zu Zinsanlagen haben Aktien keine beschränkte Laufzeit – ich besitze sie, bis ich sie verkaufe bzw. bis sie nicht mehr existieren, zum Beispiel weil die Firma pleite geht.

Wie verdiene ich mein Geld?

Ich verdiene Geld durch den Erfolg der Firma. Einerseits in Form von Dividenden, anderseits in Form von Kursgewinnen.

Dividenden sind ein Anteil am Gewinn, der die Firma allen Aktionären ausschüttet (proportional zum Anteil der Aktien, die sie halten). Die Dividenden variieren von Jahr zu Jahr, je nach dem, wie gut es bei der Firma läuft. Wenn es gut läuft, erhalte ich mehr, wenn es schlecht läuft weniger.

Kursgewinne erziele ich, wenn die Aktie (bzw. die Firma) an Wert gewinnt. Ist die Nachfrage nach einer Aktie hoch, steigt ihr Wert. Sinkt die Nachfrage, sinkt auch der Wert der Aktie. Idealerweise kaufe ich eine Aktie also zu einem tiefen Kurs und verkaufe sie wenn sie super beliebt ist zu einem hohen Kurs.

Im Gegensatz zu Zinsanlagen habe ich bei Aktien also nicht nur die Chance auf eine regelmässige Zahlung. Eventuell erhalte ich am Schluss auch mehr Geld zurück, als ich ursprünglich investiert habe.

Dementsprechend ist die Renditeerwartung von Aktien grundsätzlich höher als die von Zinsanlagen.

Wem gebe ich das Geld und was passiert damit?

Die Geldnehmer ist die Firma, die die Aktien ausstellt und an der Börse handelt. Sie nutzt das Kapital, um langfristig Investitionen zu tätigen, zum Beispiel um neue Mitarbeiter einzustellen.

Worin besteht das Risiko?

Dividenden sind im Gegensatz zu Zinsen nicht fix. Hat die Firma ein schlechtes Jahr, fallen die Dividenden geringer aus. Oder sie entfallen komplett.

Geld verliere ich, wenn der Kurs der Aktie sinkt. Im Gegensatz zu Zinsanleihen kann ich also nicht davon ausgehen, dass ich das Geld, das ich in die Firma gesteckt habe, in selber (oder grösserer) Menge zurückerhalte, wenn ich die Aktien abstosse.

Deshalb gelten Aktien als risikoreicher als Zinsanlagen.

Ich sollte nicht einzelne Wertpapiere kaufen

Es ist nicht besonders clever, in eine einzige Firma (oder einen einzigen Staat) zu investieren. Geht sie bankrott, verliere ich alles. Hinzu kommt, dass es aufwändig und je nach dem teuer ist, jede Aktie oder Anleihe einzeln auszuwählen und zu kaufen.

Praktischerweise ist das nicht nötig. Es gibt vorgeschnürte Päckchen, die ich als ganzes erwerben kann – sogenannte Anlagefonds.

Anlagefonds

Ein Fond ist eine kollektive Finanzanlage: Eine Gruppe von Anleger legt ihr Geld in einen Topf. Und dieser Topf wird von einem Finanzinstitut investiert.

Fonds bestehen aus den verschiedensten Anlageprodukten. Es gibt zum Beispiel Fonds, die nur Aktien von Schweizer Firmen enthalten. Andere haben nur nachhaltige Titel drin. Wieder andere mischen Anleihen und Aktien etc.

Der Vorteil besteht darin, dass ich mich nicht selbst um das Anlegen kümmern muss. Ich übergebe diese Aufgabe einer professionellen Institution. Ausserdem kann man mit einer Transaktion gleichzeitig in mehrere Anlagen investierenein geschnürtes Paket.

Der Nachteil besteht darin, dass ich für die Verwaltung dieses Fonds oftmals eine Gebühr bezahle, die dann meine Gewinne schmälert. Diese kannst ich aber minimieren, in dem ich einen günstigen (oft digitalen) Anbieter wähle, oder den Fond direkt bei der Börse erwerbe.

(Aktuell investiere ich zum Beispiel in Exchange Traded Funds (ETFs), also börsengehandelte Fonds, die ich über einen online Broker kaufe. Das hält die Gebühren tief.)

Alternative Anlagen: Investment in Gold und Co.

Neben den zwei Hauptkategorien an Finanzanlagen – Zinsanlagen und Aktien – gibt es noch die Kategorie der alternativen Analgen. Ein ausgewogenes Portfolio enthält oftmals auch (ein kleiner Anteil) von diesen.

Zu den alternativen Anlagen gehören:

  • Commodities: Anlagen, deren Preisentwicklung von Rohstoffpreisen abhängig sind, z.B. Gold, Weizen oder Öl. Dabei kann man diese Commodities direkt kaufen (Gold in den Tresor legen), oder über Finanzinstrumente einkaufen.
  • Private Equity: Aktieninvestition in Unternehmen, die nicht an der Börse gehandelt sind.
  • Immobilien: Investitionen in Wohn- oder Geschäftsliegenschaften. Ziel ist es, Cash Flow zu erwirtschaften, zum Beispiel über Mieteinnahmen.
  • Hedge Funds: Heterogene Gruppe aktiv verwalteter Investmentfonds.
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Was muss ich vor dem Investieren unbedingt abklären? [Die drei Vorbereitungs-Fragen]

Investments sind immer mit Risiko verbunden. Das ist nicht per se ein Problem – Risiko ist nur dann gefährlich, wenn ich es kopflos eingehe.

Um den Köpfler ins seichte Wasser zu vermeiden, muss ich meine Situation evaluieren. Dabei helfen mir die drei Fragen, die mir auch jeder Finanzberater in einem Erstegespräch stellen würde.

Die Fragen zielen alle darauf ab, herauszufinden, wie viel Risiko ich eingehen bzw. wie viel Rendite ich erwarten kann (und will). Und das hat wiederum Einfluss darauf, wie sich mein Portfolio – die Gesamtheit meiner Anlagen – zusammensetzen wird. Denn, ja: Einfach Aktien meiner Lieblingsfirma zu kaufen, ist kaum eine gute Idee.

Wieso will ich investieren?

Die erste Frage, die ich mir stellen muss, ist die Frage nach meinem Ziel. „Geld vermehren“ reicht hier als Antwort nicht aus. Ich musst einen Schritt weiter gehen.

Will ich in 5 Jahren ein Haus kaufen, in 15 Jahren auswandern? Oder möchte ich meine Pension aufbessern, die ich frühstens in 30 Jahren beziehen möchte?

Die Fragen nach dem Investment-Ziel ist vor allem deshalb wichtig, weil sie Aufschluss gibt über den Zeithorizont meiner Geldanlage – also die Anzahl Jahre, die ich mein Geld in Investment-Produkte stecken möchte.

Und dieser Zeithorizont hat wiederum Einfluss darauf, wie viel Risiko ich eingehen kann. Die Faustregel lautet: Je länger der Zeithorizont, desto mehr Risiko kann ich eingehen –  die Zeit sorgt dafür, dass die Schwankungen weniger wichtig werden.

Wie sieht meine finanzielle Situation aus?

Die zweite Frage klärt meine finanziellen Verhältnisse, zum Beispiel…

  • Wächst mein Vermögen oder schrumpft es?
  • Wie viel Flüssiges brauche ich auf der Seite, um zu leben?
  • Muss ich andere versorgen oder nur mich selbst?
  • Was, wenn plötzlich eine hohe Spitalrechnung kommt?

Die Antworten geben Aufschluss über meine Risikofähigkeit: Wie viel Risiko kann ich überhaupt eingehen?

Wenn ich tendenziell mehr verdiene als ich ausgebe, ist meine Risikofähigkeit höher. Dasselbe gilt, wenn ich viel Geld auf der Seite habe und nicht von diesem Geld abhängig bin.

Wenig risikofähig bin ich hingegen, wenn mein Erspartes im Falle eines Spitalbesuchs sofort aufgebraucht wäre, oder ich von den Erträgen der Investitionen leben muss.

Die Risikofähigkeit ist eine objektive Sache – sie hat nichts mit meiner persönlichen Einstellung zu Risiko zu tun, sondern widerspiegelt meine finanzielle Situation.

Wie viel Risiko will ich eingehen?

Mit der dritten Frage kläre ich meinen Risikoappetit.

Der Risikoappetit ist im Gegensatz zur Risikofähigkeit eine subjektive Angelegenheit und eine Charakterfrage: Wie viel Risiko möchte ich ganz persönlich eingehen?

Ich muss die Fragen nicht alleine klären

Wer nicht auf eigene Faust anlegt, wird durch diese Fragen geführt. Das Abklären des „Rendite-Risiko-Profils“ gehört zu den Aufgaben professioneller Vermögensverwalter.

Meine ersten Investment-Schritte ausserhalb der Säule 3a waren mit Selma Finance – ein online Vermögensverwalter, der mich via Chat-Bot durch die Fragen führte.

Für dieses Angebot bin ich Selma dankbar – hätte ich mich während unmöglichen Öffnungszeiten in eine staubige Bankfiliale schleppen müssen, hätte ich meine Investment-Reise vielleicht nie angetreten.

Und vor allem: So kam ich viel günstiger als bei einem klassischen Anbieter, dank den deutlich tieferen Gebühren.

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Setz nicht alles auf eine Karte! [Wie ich mit Diversifikation das Investment-Risiko reduziere]

Risiko gehört zum Investieren wie Blumen zum Frühling. Und es ist besonders hoch, wen man in Aktien investiert.

Risiko ist aber nicht gleich ein Problem. Ich musst es einfach verstehen, damit ich es bewusst eingehen und die Konsequenzen bewältigen kann.

Und es gibt Strategien, wie ich das Risiko minimieren kann. Der Klassiker unter diesen Strategien ist die Diversifikation.

Portfolio-Diversifikation: Investiere nicht nur in deine Lieblingsfirma

Diversifikation heisst, dass ich, statt alles auf eine Karte zu setzen, in mehrere Wertpapiere investiere.

Mit Diversifikation reduziere ich das Risiko – also die Gefahr, dass die tatsächliche Rendite von der erwarteten abweicht – ohne auf Renditeansprüche zu verzichten.

Das Geheimnis dahinter: Die Aktienkurse verschiedener Firmen entwickeln sich nicht im Gleichschritt. Die eine steigt, während die andere Fällt. So gleichen sie sich gegenseitig aus.

Je verschiedener die Firmen, desto grösser der Diversifikationseffekt

Es gibt allerdings Firmen, deren Aktienkurs sich sehr ähnlich bewegt (im Finanz-Jargon würde man sagen, sie haben eine hohe positive Korrelation).

Es nützt mir nichts wenn ich mein Geld auf drei Firmen verteile, deren Aktien genau nach demselben Muster hoch und runter gehen – sie werden sich nicht gegenseitig ausgleichen.

Ziel ist es, eine Kombination zu finden, die das Risiko minimiert und die Rendite maximiert.

Komplett weg-diversifizieren kann ich Risiko aber nicht. Eliminieren kann ich nur die Risiken, die spezifisch sind für eine Firma, im Finanz-Jargon als „unsystematisches Risiko“ bezeichnet. Mit dem Restrisiko muss ich aber leben. Dieses wird als „systematisches Risiko“ oder „Marktrisiko“ bezeichnet“.

In welche Aktien investiere ich für eine ideale Diversifikation?

Das ist eine Thema, bei dem sich die Finanzexperten mit theoretischen Konzepten wie „Efficient Frontier“ die Köpfe einschlagen. Und sich die Investment-Manager ein goldenes Näschen verdienen.

Mein Grundsatz: Über die gesamte Wirtschaft hinweg diversifizieren. Das heisst, Stock-Picking vermeiden (also das gezielte Auswählen einzelner Aktien). Stattdessen in einen Index investieren, der den Markt als Ganzes abbildet.

So verlasse ich mich nicht auf den Erfolg einiger rausgepickter Firmen, sondern gehe davon aus, dass die Wirtschaft langfristig als ganzes hoch geht. Damit fährt man als Kleinanleger am besten, glaubt man Investment-Ikonen wie Ray Dalio oder Warren Buffet, Vertreter der FIRE Bewegung und Finanz Coachs wie Tony Robbins.

Es gibt übrigens auch Indices, die beim Abbilden des Marktes Firmen ausschliessen, die Nachhaltigkeitskriterien nicht erfüllen. Bevor ich das begriffen hatte, konnte ich mit dieser Idee des super breiten Investierens wenig abgewinnen. Ich finde nämlich weder Krieg noch Luftverpestung toll und glaube an den (finanziellen) Erfolg nachhaltiger Firmen.

Diversifikation über Zeit, Ort und Analgetyp

Diversifizieren kann ich also nicht nur über Aktien verschiedener Firmen hinweg, sondern auch…

  • über die Zeit: Eine höhere Summe nicht auf einmal investieren, sonder verteilt über mehrere Monate oder sogar Jahre
  • über Wirtschaftsräume: Wie wäre es, nicht nur in der Schweiz über viele Staaten zu investieren?
  • über Analgeklassen: Das Risiko meines Portfolios reduziere ich auch, wenn ich nicht nur in Aktien, sondern auch z.B. in Anleihen investiere.

Als Beispiel: Ich zahle meine Säule 3a monatlich ein, nicht Ende Jahr. Wäre ja blöd, wenn ich die ganze Summe heute investiere und morgen die Wirtschaft zusammen bricht. In dem ich in Tranchen einzahle, reduziere ich dieses Risiko.

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Sind Aktien per se ein Risiko? [Ja, aber Risiko ist nicht per se ein Problem]

Schon mal Kopf voran im See gelandet? Im Winter, meine ich. Bei Temperaturen, die am Gefrierpunkt kratzen.

Dieses Schicksal ereilte mich kurz vor Weihnachten. Und es war kalt. Zum erfrieren kalt.

Ich konnte nicht einmal schreien, als ich mich wieder an die Oberfläche gekämpft hatte. Es reichte nur für ein klägliches Quieken. Und das wurde schnell abgelöst von einem erbärmlichen Röcheln, das holprig dem Rhythmus meiner Zitteranfälle folgte.

Risiko kann ein Freund sein – wenn man sich richtig einrichtet

Mein theatralischer Kältetod nahm zur Erheiterung meiner Freundinnen kein Ende. Und ihr Theater war nicht minder gut, als sie sich kurz darauf selbst in die eisigen Fluten stürzten.

Wir holten uns nicht einmal eine Erkältung. Geschweige denn den Kältetod. Denn nach ein paar (sehr kurzen) Zügen waren wir schwuppdiwupp zurück in der der „Sauna am See“.

Ganz im Gegenteil: Statt zu verfrieren, profitierten wir von Kälteschock. Gut für die Durchblutung! Und wir hatten einen Heidenspass.

Hätten wir unsere Durchblutung aber in einem sibirischen Eissee anregen wollen, fernab von beheizten räumen und dampfenden Teekannen, wäre das Theater zur Realität geworden. Wir wären allesamt verfroren. Drei Frauen, mausetot im Nirgendwo.

In Sibirien würden wir aber niemals springen. Wir kennen die Risiken (und Chancen) von eiskaltem Wasser, und können uns so einrichten, dass wir nicht nur überleben, sondern profitieren.

Wer das Aktien-Risiko kennt, beherrscht es

Bei Aktien verhält es sich nicht anders: Wie kaltes Wasser bergen sie ein „angeborenes“ Risiko.

Bin ich mir dich dessen aber bewusst, kann ich mich einrichten. So, dass Aktien mir zwar ab und zu einen Schock verpassen, ich im Grossen und Ganzen aber von ihnen profitiere.

Fazit: Aktien bergen Risiken. Immer. Wie eiskalte Seen auch. Wenn man diese Risiken aber begreift, sind sie kein Problem, sondern ein Umstand, auf den man Rücksicht nehmen kann.

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Rendite und Risiko von Aktien [Das wichtigste Investment-Prinzip einfach erklärt]

Wer investiert, kommt nicht um sie herum – die zwei Grundkonzepte des Geldanlegens, die so eng verbunden sind wie Licht und Schatten, Yin und Yang, Liebe und Hass:

Rendite und Risiko.

Was genau steckt eigentlich hinter den Begriffen und was bedeuten sie für Anleger?

Rendite (aka. Erfolgserwartung)

Die Rendite ist der Prozentsatz der mir sagt, wie viel Ertrag ich erwarten kann.

Angenommen ich möchte 100 Franken investieren, und mir stehen zwei Investitionsmöglichkeiten zur Verfügung: Aktie A und Aktie B.

Die Rendite von Aktie A ist 10 %. Investiere ich die 100 Franken in diese Aktie, kann ich mit einem Gewinn von 10 Franken rechnen (das entspricht 10% der 100 Franken).

Die Rendite von Aktie B ist 3%. Investiere ich die 100 Franken in diese Aktie, kann ich mit einem Gewinn von 3 Franken rechnen (das entspricht den 3% der 100 Franken).

Möchte ich eine der Aktien kaufen, wäre die Entscheidung also einfach: Ich nehme Aktie A, weil ich deutlich mehr verdienen kann! Oder doch nicht…?

Risiko (aka. Abweichungsgefahr)

Die Rendite darf man nicht ohne ihren Gegenspieler betrachten: Das Risiko.

Das Risiko ist die Gefahr (oder auch die Chance), dass die tatsächliche Rendite einer Investition von der erwarteten Rendite abweicht.

Je grösser die diese Gefahr, desto höher das Risiko.

Aktie A hat also eine durchschnittliche Rendite von 10%. Es kommt aber sehr häufig vor, dass der tatsächliche Wert darunter oder darüber liegt. In einem Jahr liegt die Rendite nur bei 1%, in einem anderen Jahr plötzlich bei 16%, und dann plötzlich bei -5%. Die Schwankungen sind betrachtlich, das Risiko von Aktie A ist hoch.

Aktie B mit der durchschnittlichen Rendite von 3% weicht kaum von diesem Wert ab. Er ist höchstens mal bei 2.9% oder bei 3.1%. Die Schwankungen sind also gering, das Risiko von Aktie B ist klein.

Im Finanz-Jargon bezeichnet man diese Abweichungstendenz einer Investition übrigens als Volatilität. Ihre Höhe wird mit einem Wert genannt „Standardabweichung“ angegeben: Die durchschnittliche Abweichung aller Messwerte von ihrem Durchschnittswert. Je höher die Standardabweichung, desto höher das Risiko.

Mehr Rendite für mehr Risiko (und umgekehrt)

Wer risikofreudig ist und die grossen Schwankungen und in Kauf nimmt (oder nehmen kann), erwartet dafür auch hohe Gewinnchancen, sprich eine hohe Rendite – sozusagen als Kompensation für die Gefahr, der man sich aussetzt.

Umgekehrt gibt sich der risikoscheue Investor mit einer kleineren Gewinnchance zufrieden, er geht im Gegenzug aber auch ein kleineres Risiko auf Verlust ein.

Aktien gelten grundsätzlich als risikoreiche Investments, die stark schwanken, bei denen aber auch mehr Gewinn winkt.

Obligationen, Schweizer Staatsanleihen und andere Zinsanlagen sind risikoärmer, bieten aber auch kleinere Gewinnchancen.

Ein ausgeglichenes Portfolio enthält üblicherweise etwas von beidem.

Wer Zeit hat, kann sich mehr erlauben

Bei der Abwägung, wie viel Risiko ich eingehen will und kann, spielt der Zeithorizont eines Investments eine extrem wichtige Rolle.

Wenn ich für sehr lange Zeit anlege, hat ein hohes Risiko (sprich hohe Schwankungen) viel kleinere Auswirkungen: Heute fällt der Wert, morgen steigt er… Nicht so wichtig, wenn die Tendenz über die Zeit steigend ist.

Deshalb lohnt es sich, bei langfristigen Investments, zum Beispiel der Säule 3a, einen (hohen) Aktienanteil mit in Betracht zu ziehen. Aktien sind risikoreicher als andre Anlageformen. Der Wert des Portfolios wird also schwanken. Das Gewinnpotenzial ist aber ebenfalls höher, und über die Zeit kann es sich entfalten.

Hohe Rendite bei tiefem Risiko – ein Mythos?

Wer viel Zeit investieren will und kann, geht auf die Suche nach den Ausnahmen, die von diesem Prinzip abweichen: Investitionsmöglichkeiten, die trotz hoher Rendite ein geringes Risiko aufweisen.

Um diese Goldminen zu finden, muss man sich aber gut auskennen. Wird einem ein solches Angebot auf dem Silbertablett serviert, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass etwas nicht stimmt.

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Wieso schwanken Aktien? [Und wieso es Investoren egal sein kann]

Die Preise von Aktien sind nicht konstant. Einmal steigen sie, einmal fallen sie. Von Tag zu Tag sieht der Markt anders aus. Wieso eigentlich?

Das Grundprinzip ist einfach:

  • Wollen mehr Leute die Aktie, steigt der Preis.
  • Wollen weniger Leute die Aktien, sinkt der Preis.

Angebot und Nachfrage lassen die Aktienkurse schwanken

Eine Kurve nach oben oder nach unten ist also nichts anders als die veränderte Nachfrage im Verhältnis zum Angebot.

Mit Lollipops würde es sich ähnlich verhalten: Sind 10 Lollis zu vergeben und 100 Schleckmäuler im Raum, kann ich das Einzelstück teuer verkaufen. Sind 10 Lollipops zu vergeben, aber nur 2 Schleckmäuler im Raum, sinkt der Preis.

Die Auslöser für ein verändertes Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage sind divers (bei Aktien und bei Schläckstängel. Hier geht es aber um Aktien):

  • Ereignisse innerhalb einer Firma
  • Weltpolitischen Begebenheiten
  • Die menschliche Psyche

Äääähm, etwas konkreter, bitte!

Nehmen wir das erste Beispiel: Ereignisse innerhalb einer Firma, bekannt geworden durch die Presse…

Szenario 1: „Doppelt so viel Umsatz wie erwartet!“

Pressekonferenz zur Jahresbilanz: Voller stolz präsentiert die Finanzchefin die Firmen-Zahlen.

„Doppelt so viel Umsatz wie erwartet!“

Die Medien nehmen die News eifrig auf. Und die Reaktion der Öffentlichkeit folgt sofort:

  • „Die Geschäftsführung hat echt was drauf!“
  • „Der neue Stern am Unternehmenshimmel!“

Der Glauben an den Erfolg der Firma steigt. Und damit die Hoffnung der Investoren auf einen steigenden Aktienkurs und hohe Dividenden.

Alle wollen kaufen.

Die Nachfrage (interessierte Anleger) steigt, das Angebot (Anzahl Aktien) bleibt gleich. Der Preis pro Aktie steigt.

Diese Entwicklung nach oben bleibt nicht unbemerkt.

„Wow, die Aktie geht aber ab!“, „Ich will auch profitieren!“, denken sich weitere Investoren.

Der Aktienkurs der Firma steigt weiter.

Szenario 2: „Das Bio-Label war gefälscht“

In über einem Drittel der Produkte der Firma wurden Pestizide entdeckt – vermutlich krebsfördernd! Es war doch nicht 100% Bio. Nicht einmal annähernd.

Die schlechten Schlagzeilen überfluten die Medien.

Die Reaktion der Öffentlichkeit folgt sofort:

  • „Was für eine verantwortungslose Firma!“
  • „Wem kann man da noch vertrauen!“
  • „Bio ist sowieso immer nur ein Fake!“

Der Glauben an den Erfolg der Firma sinkt. Und damit die Hoffnung der Anleger auf Gewinne durch Kursgewinne und hohe Dividenden – falls die Firma überhaupt überlebt! Alle wollen verkaufen.

Die Nachfrage (interessierte Anleger) sinkt, das Angebot (Anzahl Aktien) bleibt gleich. Der Preis steigt pro Aktie sinkt.

Diese Entwicklung nach unten bleibt nicht unbemerkt.

„OMG, die Aktien sinken! Meine Aktien sinken!“, „Ich muss sie loswerden, bevor es noch schlimmer wird!„, sagen sich weitere Investoren.

Der Aktienkurs sinkt weiter.

Und die Bad News strahlen auf die ganze Branche aus: Die Aktienkurs anderer Bio-Firmen sinken ebenfalls, obwohl sie skandalfrei sind. Das Vertrauen der Anleger in das grüne Label als ganzes wurde erschüttert.

Ich sollte nicht kopflos mitstürmen (wie intelligent sind Schafe?)

Aber Achtung! Nur weil alle in eine Richtung stürmen (määääh), muss ich nicht mitrennen. An einer allgemeinen Euphorie oder Panik teilzunehmen, zahlt sich selten aus.

Mal überlegen…

  • Könnte es Sinn machen, zu kaufen, wenn die Aktienkurse am Boden sind? (Versteckte Chance: Schnäppchen, deren Preis wieder steigen wird. Jey!)
  • Wenn alle wie gepickt gewissen Aktien nachrennen – sind die dann nicht plötzlich überbewertet? (Verstecktes Risiko: Ich kaufe genau an Vorabend des Tages, an dem sich die Kurse der Realität angleichen und einbrechen. Mööp.)

Mich müssen die Schwankungen nicht kümmern…

Ich finde es wichtig, die Funktionsweise von Aktien zu verstehen. Zu wissen, wie die alltäglichen Schwankungen entstehen.

Darum scheren möchte ich mich aber nicht. Und ins alltäglich Getümmel werfe ich mich auch nicht. Zu nahe am Glücksspiel. Zu viel negativer Stress. Den mag ich nicht.

Ich investiere langfristig nach einer vordefinierten Strategie. Und zwar ohne gross auf die Schwankungen des Marktes zu achten. Passiv. Ich gehe davon aus, dass es langfristig hoch geht, über alle Schwankungen hinweg.

Die wichtigste Erkenntnis der Lektion für mich: Nicht kopflos mitrennen und an meiner Investmentstrategie festhalten, auch wenn die Wirtschaft (vorübergehend) die Rutschbahn runter geht.

Dieses Video von Investment-Guru Ray Dalio erklärt die Theorie hinter dieser Annahme:

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Ressourcen

Informiere dich zum Thema Geld! [Bücher, online-Kurse und Artikel, die ich empfehle]

Zeitungen und Magazine

NZZ (2014): Anlage-Ratschläge vom Nobelpreisträger https://www.nzz.ch/finanzen/anlage-ratschlaege-vom-nobelpreistraeger-1.18367999

NZZ (2015): Weniger Aktivität – mehr Rendite https://www.nzz.ch/finanzen/private-finanzen/weniger-aktivitaet–mehr-rendite-1.18616503

Bücher

MONEY Master the Game: 7 Simple Steps to Financial Freedom

Tony Robbins

Genau ausgerichtet für Privatanleger wie du und ich. Ziemlich lang, aber der Aufwand lohnt sich.

Rich Dad Poor Dad: What the Rich Teach Their Kids About Money That the Poor and Middle Class Do Not!

Robert T. Kiyosaki

Er argumentiert öfters wie ein A****, aber gerade für Leute, die nicht in Unternehmerfamilien aufgewachsen sind, eine lehrreiche neue Perspektive.

Get Rich, Lucky Bitch! Release Your Money Blocks and Live a First-Class Life 

Denise Duffield-Thomas

Über die Qualität des Titels lässt sich streiten… Aber hat mir punkto Money Mindset echt geholfen. Jeder hat (unbewusste) Annahmen zum Thema Geld, die einem beeinflussen, ob man will, oder nicht. Mit diesem Buch deckt man diese Annahmen auf.

Online-Kurse

Das liebe Geld – Finance im Alltag

Universität Zürich

Die Universität Zürich bietet via der Online-Learning-Plattform Coursera den Kurs „Das liebe Geld – Finance im Alltag“ an.

Der Kurs ist Kostenlos, ausser du willst dir ein Diplom ausstellen lassen. Dann kostet der Kurs knapp 50.- Franken.

Der Aufwand und das Vorwissen, dass sie verlangen, ist je nach Modul sehr heterogen… Modul 3 (eine Einführung in Geldanlagen) kann ich aber echt empfehlen.

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Säule 3a Tools

Säule 3a: Wieso ich mich für Viac entschieden habe [inkl. Alternative]

Die Wahl des richtigen Säule 3a-Anbieters und der richtigen Anlagestrategie extrem wichtig für eine gute Entwicklung meines 3a-Vermögens.

Ich habe für meine Säule 3a den Anbieter Viac gewählt.

Vorteil 1: Viac hat ein unschlagbares Angebot

Der Hauptgrund für meine Wahl ist schlicht und einfach Viacs super Angebot, das perfekt auf meine Bedürfnisse passt:

  • Hoher Aktienanteil: Ich kann fast 100% in Aktien investieren (effektiv sind es 97%). Als junger Investor ist das für mich ein super Plus.
  • Tiefe Gebühren: Viac hat mit 0.72 % die tiefsten Gebühren (0.52% Verwaltungsgebühr plus 0.2% Produktkosten). Mein Gewinn schmälter sich viel weniger als bei anderen Anbietern, die 1.5 % oder 2% verlangen.
  • Nachhaltig: Ich kann nach den ESG-Nachhaltigkeitskriterien (Enviroment, Social, Governance) investieren und auf Investitionen in die Waffenindustrie verzichten (whaaaaat, das ist nicht der Normalfall? Leider nein.)
  • Diversifiziert: Das Portfolio ist breit diversifiziert, also in viele verschiedene Firmen aus verschiedensten Regionen aufgeteilt.

Sie gehen mit dem Thema Gebühren (im Gegensatz zu vielen traditionellen Anbietern) super transparent um. Viac weist alles direkt aus, ich muss nicht PDFs durchforschen und Berechnungen anstellen.

Viac profitiert natürlich von dieser proaktiven Kommunikation, weil sie ein unschlagbares Angebot haben. Aber Verständlichkeit und Transparenz ist auch eine Mentalität, die ich begrüsse, und die in der Finanzbranche leider nicht zum Status Quo gehört.

VIAC Mobile Application

Vorteil 2: Viac ist einfach und zeitsparend

Hinzu kommt, dass Viac einfach ist in der Anwendung.

  • Einleuchtend erklärt: Wenn ich meine Anlagestrategie (20% Aktien, 40% Aktien etc.) wähle, sehe ich zum Beispiel grafisch dargestellt, was das für Auswirkungen auf mein Vermögen haben kann.
  • Das wichtigste auf einen Blick: Die Benutzeroberfläche sagt mir auf dem Startbildschirm alles, was ich als passiver Investor wissen will: Mein Vermögensstand und den Gewinn, den ich seit Beginn erwirtschaftet habe.
  • Mobil First: Ich kann alles via App vom Handy aus machen.

Nachteil: Viac vernachlässigt das Big Picture

Was mir fehlt, sind Informationen zu den Steuern, die beim Bezug des Geldes anfallen.

Viac zeigt mir zwar echt gut auf, wie viel Vorsorgevermögen ich bei meiner Anlagestrategie erwarten kann. Sie gehen aber nicht darauf ein, dass sich mein Geld durch die Auszahlsteuer schmälern wird.

Hinzu kommt, dass Viac auch wirklich nur Säule 3a macht – etwas anders bieten sie aktuell nicht an. Ich muss mir im Kopf oder mit einem Excel selbst zusammenreimen, wie meine finanzielle Situation insgesamt aussieht.

Eine holistischere Perspektive hat Selma Finance.

Alternative zu Viac: Selma Finance

Ein anderer digitaler 3a-Anbieter, der diesen Herbst (2019) neu auf der Bildfläche erschienen ist, ist Selma Finance.

Ich finde Selma super sympathisch, z.B. was ihre Grundphilosophie und das Design anbelangt. Sie verzichten auf Finanzjargon und arbeiten mit Emoticons. Selma ist echt zugänglich, sogar für Finanzbanausen.

Bildergebnis für selma finance

Ausserdem hat Selma einen ganzheitlicheren Blick auf meine Finanzen. Sie machen nicht nur Säule 3a, sondern auch freies Investieren (hier bin ich Selma Finance Kunde). Das ist cool, wenn man seine Anlagen an einem Ort überblicken möchte.

Für mich ist das aktuell allerdings nur beschränkt nützlich, weil ich verschiedene Tools ausprobieren möchte und deshalb sowieso ein Übersichts-Excel brauche.

Die 3a-Gebühren sind bei Selma Finance im tiefen Bereich (0.68% Verwaltungsgebühr plus 0.2% Produktkosten). Aber sie sind höher sind als bei Viac.

Das ist einer der Gründe, wieso ich aktuell noch bei Viac bleibe.

Und Viac war auch einfach zuerst – sie haben mich bereits vor 3 Jahren geangelt, als sie als erster digitaler 3a-Anbieter auf den Markt kamen.

Sind diese digitalen Newcomer nicht unsicher, verglichen mit einer Bank?

Kann man so nicht sagen. Oft arbeiten die neuen digitalen Anbieter mit einer etablierten Bank zusammen.

Viac spannt zum Beispiel mit der WIR Bank Genossenschaft zusammen, die 1934 in der Schweiz gegründet wurde – eine lang etablierte Schweizer Bank, also.

Selma Finance hat die Saxo Bank (Schweiz) im Hintergrund sowie das VZ VermögensZentrum.