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Grundlagen

In was kann ich investieren? [Die Anlagemöglichkeiten und deren Risiko]

Aktien, Obligationen, Immobilien, Gold, Fonds, Private Equity…

Als ich zum ersten Mal meinen Zehn in den Investment-Tümpel streckte, schwirrte mir zünftig der Kopf.

Die Investment-Möglichkeiten schienen mir nicht nur unendlich, sondern auch unendlich kompliziert.

Meine erste Reaktion: Zu verwirrend. Ich bin ja kein Investment-Experte! Ich beschäftige mich lieber mit etwas anderem.

Ich ging nach Indien und wurde Yoga-Lehrerin.

Interessanterweise schien das viele Dehnen meine Verkrampftheit zum Thema Geld zu lösen. Wer kein Experte ist, kann einer werden! Also informierte ich mich. Und lernte.

Es gibt Sachanlagen und Finanzanlagen

Die Investment-Welt unterschiedet zwischen zwei Hauptkategorien von Anlagen:

  1. Sachanlagen: Ich stecke Geld in Dinge, die für die Herstellung von Produkte und die Erbringung von Dienstleistungen nötig sind. Dazu gehören Maschinen, Fahrzeuge, Bürogebäude.
  2. Finanzanlagen: Ich stelle Organisationen Kapital zur Verfügung, damit diese Sachwerte kaufen können.

Mich interessieren Finanzanlagen

Ich will keine Auto kaufen um Pizzas auszuliefern. Ich will mein Geld für mich arbeiten lassen. Mich interessiert hier also die zweite Kategorie: die Finanzanlagen.

Die Finanzanlagen lassen sich in zwei Hauptkategorien teilen: Zinsanlagen und Aktien.

Zinsanlagen aka. Anleihen

Geld gegen eine Gebühr; kleineres Risiko und kleinere Rendite

Investiere ich in Zinsanlagen, leihe ich jemandem gegen eine Gebühr für eine bestimmte Zeit Geld. Am Ende der Laufzeit erhalte ich das geliehene Geld wieder zurück. Man spricht bei Zinsanlagen auch von Anleihen.

Wie verdiene ich mein Geld?

Ich verdiene Geld durch die Zinszahlungen des Geldnehmers: Ich erhalte während der vorbestimmten Laufzeit regelmässig eine Zahlung.

Wem gebe ich das Geld und was passiert damit?

Der Geldnehmer kann ein Unternehmen sein oder auch ein Staat. Er nimmt mein Geld, um damit Investitionen zu tätigen.

Beispiel: Ich leihe einem Schreiner Geld, damit er neue Sägemaschinen kaufen kann. Der Schreiner geht davon aus, dass er dank diesen neuen Sägen mehr Gewinn erwirtschaftet. So viel, dass er mir seine Schulden inkl. Zinsen zurückzahlen kann, und trotzdem noch etwas übrig ist.

Worin besteht das Risiko?

Ich erhalte mein Geld nicht zurück, wenn der Geldnehmer zahlungsunfähig wird, zum Beispiel weil er bankrott geht.

Gilt ein Geldgeber als instabil, ist dieses Risiko höher. Dafür erhalte ich mehr Zinsen, um für das Risiko kompensiert zu werden.

Kaufe ich zum Beispiel Schweizer Staatsanleihen, erhalte ich weniger Zinsen, als wenn ich griechische Staatsanleihen kaufe. Die Schweiz gilt als stabiler als Griechenland. Das Risiko, dass die Schweiz die Schulden oder Zinsen nicht (zurück-) zahlen kann, ist geringer.

Zinsanlagen gelten als risikoärmer als Aktien.

Aktien aka. Dividendenpapiere

Geld gegen einen Anteil der Firma; grösseres Risiko und grössere Rendite

Investiere ich in Aktien, stelle ich einer Firma Geld zur Verfügung, in dem ich einen Anteil der Firma kaufe. Dadurch werde ich Miteigentümer. Man spricht bei Aktien auch von Dividendenpapieren.

Im Gegensatz zu Zinsanlagen haben Aktien keine beschränkte Laufzeit – ich besitze sie, bis ich sie verkaufe bzw. bis sie nicht mehr existieren, zum Beispiel weil die Firma pleite geht.

Wie verdiene ich mein Geld?

Ich verdiene Geld durch den Erfolg der Firma. Einerseits in Form von Dividenden, anderseits in Form von Kursgewinnen.

Dividenden sind ein Anteil am Gewinn, der die Firma allen Aktionären ausschüttet (proportional zum Anteil der Aktien, die sie halten). Die Dividenden variieren von Jahr zu Jahr, je nach dem, wie gut es bei der Firma läuft. Wenn es gut läuft, erhalte ich mehr, wenn es schlecht läuft weniger.

Kursgewinne erziele ich, wenn die Aktie (bzw. die Firma) an Wert gewinnt. Ist die Nachfrage nach einer Aktie hoch, steigt ihr Wert. Sinkt die Nachfrage, sinkt auch der Wert der Aktie. Idealerweise kaufe ich eine Aktie also zu einem tiefen Kurs und verkaufe sie wenn sie super beliebt ist zu einem hohen Kurs.

Im Gegensatz zu Zinsanlagen habe ich bei Aktien also nicht nur die Chance auf eine regelmässige Zahlung. Eventuell erhalte ich am Schluss auch mehr Geld zurück, als ich ursprünglich investiert habe.

Dementsprechend ist die Renditeerwartung von Aktien grundsätzlich höher als die von Zinsanlagen.

Wem gebe ich das Geld und was passiert damit?

Die Geldnehmer ist die Firma, die die Aktien ausstellt und an der Börse handelt. Sie nutzt das Kapital, um langfristig Investitionen zu tätigen, zum Beispiel um neue Mitarbeiter einzustellen.

Worin besteht das Risiko?

Dividenden sind im Gegensatz zu Zinsen nicht fix. Hat die Firma ein schlechtes Jahr, fallen die Dividenden geringer aus. Oder sie entfallen komplett.

Geld verliere ich, wenn der Kurs der Aktie sinkt. Im Gegensatz zu Zinsanleihen kann ich also nicht davon ausgehen, dass ich das Geld, das ich in die Firma gesteckt habe, in selber (oder grösserer) Menge zurückerhalte, wenn ich die Aktien abstosse.

Deshalb gelten Aktien als risikoreicher als Zinsanlagen.

Ich sollte nicht einzelne Wertpapiere kaufen

Es ist nicht besonders clever, in eine einzige Firma (oder einen einzigen Staat) zu investieren. Geht sie bankrott, verliere ich alles. Hinzu kommt, dass es aufwändig und je nach dem teuer ist, jede Aktie oder Anleihe einzeln auszuwählen und zu kaufen.

Praktischerweise ist das nicht nötig. Es gibt vorgeschnürte Päckchen, die ich als ganzes erwerben kann – sogenannte Anlagefonds.

Anlagefonds

Ein Fond ist eine kollektive Finanzanlage: Eine Gruppe von Anleger legt ihr Geld in einen Topf. Und dieser Topf wird von einem Finanzinstitut investiert.

Fonds bestehen aus den verschiedensten Anlageprodukten. Es gibt zum Beispiel Fonds, die nur Aktien von Schweizer Firmen enthalten. Andere haben nur nachhaltige Titel drin. Wieder andere mischen Anleihen und Aktien etc.

Der Vorteil besteht darin, dass ich mich nicht selbst um das Anlegen kümmern muss. Ich übergebe diese Aufgabe einer professionellen Institution. Ausserdem kann man mit einer Transaktion gleichzeitig in mehrere Anlagen investierenein geschnürtes Paket.

Der Nachteil besteht darin, dass ich für die Verwaltung dieses Fonds oftmals eine Gebühr bezahle, die dann meine Gewinne schmälert. Diese kannst ich aber minimieren, in dem ich einen günstigen (oft digitalen) Anbieter wähle, oder den Fond direkt bei der Börse erwerbe.

(Aktuell investiere ich zum Beispiel in Exchange Traded Funds (ETFs), also börsengehandelte Fonds, die ich über einen online Broker kaufe. Das hält die Gebühren tief.)

Alternative Anlagen: Investment in Gold und Co.

Neben den zwei Hauptkategorien an Finanzanlagen – Zinsanlagen und Aktien – gibt es noch die Kategorie der alternativen Analgen. Ein ausgewogenes Portfolio enthält oftmals auch (ein kleiner Anteil) von diesen.

Zu den alternativen Anlagen gehören:

  • Commodities: Anlagen, deren Preisentwicklung von Rohstoffpreisen abhängig sind, z.B. Gold, Weizen oder Öl. Dabei kann man diese Commodities direkt kaufen (Gold in den Tresor legen), oder über Finanzinstrumente einkaufen.
  • Private Equity: Aktieninvestition in Unternehmen, die nicht an der Börse gehandelt sind.
  • Immobilien: Investitionen in Wohn- oder Geschäftsliegenschaften. Ziel ist es, Cash Flow zu erwirtschaften, zum Beispiel über Mieteinnahmen.
  • Hedge Funds: Heterogene Gruppe aktiv verwalteter Investmentfonds.
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Grundlagen

Was muss ich vor dem Investieren unbedingt abklären? [Die drei Vorbereitungs-Fragen]

Investments sind immer mit Risiko verbunden. Das ist nicht per se ein Problem – Risiko ist nur dann gefährlich, wenn ich es kopflos eingehe.

Um den Köpfler ins seichte Wasser zu vermeiden, muss ich meine Situation evaluieren. Dabei helfen mir die drei Fragen, die mir auch jeder Finanzberater in einem Erstegespräch stellen würde.

Die Fragen zielen alle darauf ab, herauszufinden, wie viel Risiko ich eingehen bzw. wie viel Rendite ich erwarten kann (und will). Und das hat wiederum Einfluss darauf, wie sich mein Portfolio – die Gesamtheit meiner Anlagen – zusammensetzen wird. Denn, ja: Einfach Aktien meiner Lieblingsfirma zu kaufen, ist kaum eine gute Idee.

Wieso will ich investieren?

Die erste Frage, die ich mir stellen muss, ist die Frage nach meinem Ziel. „Geld vermehren“ reicht hier als Antwort nicht aus. Ich musst einen Schritt weiter gehen.

Will ich in 5 Jahren ein Haus kaufen, in 15 Jahren auswandern? Oder möchte ich meine Pension aufbessern, die ich frühstens in 30 Jahren beziehen möchte?

Die Fragen nach dem Investment-Ziel ist vor allem deshalb wichtig, weil sie Aufschluss gibt über den Zeithorizont meiner Geldanlage – also die Anzahl Jahre, die ich mein Geld in Investment-Produkte stecken möchte.

Und dieser Zeithorizont hat wiederum Einfluss darauf, wie viel Risiko ich eingehen kann. Die Faustregel lautet: Je länger der Zeithorizont, desto mehr Risiko kann ich eingehen –  die Zeit sorgt dafür, dass die Schwankungen weniger wichtig werden.

Wie sieht meine finanzielle Situation aus?

Die zweite Frage klärt meine finanziellen Verhältnisse, zum Beispiel…

  • Wächst mein Vermögen oder schrumpft es?
  • Wie viel Flüssiges brauche ich auf der Seite, um zu leben?
  • Muss ich andere versorgen oder nur mich selbst?
  • Was, wenn plötzlich eine hohe Spitalrechnung kommt?

Die Antworten geben Aufschluss über meine Risikofähigkeit: Wie viel Risiko kann ich überhaupt eingehen?

Wenn ich tendenziell mehr verdiene als ich ausgebe, ist meine Risikofähigkeit höher. Dasselbe gilt, wenn ich viel Geld auf der Seite habe und nicht von diesem Geld abhängig bin.

Wenig risikofähig bin ich hingegen, wenn mein Erspartes im Falle eines Spitalbesuchs sofort aufgebraucht wäre, oder ich von den Erträgen der Investitionen leben muss.

Die Risikofähigkeit ist eine objektive Sache – sie hat nichts mit meiner persönlichen Einstellung zu Risiko zu tun, sondern widerspiegelt meine finanzielle Situation.

Wie viel Risiko will ich eingehen?

Mit der dritten Frage kläre ich meinen Risikoappetit.

Der Risikoappetit ist im Gegensatz zur Risikofähigkeit eine subjektive Angelegenheit und eine Charakterfrage: Wie viel Risiko möchte ich ganz persönlich eingehen?

Ich muss die Fragen nicht alleine klären

Wer nicht auf eigene Faust anlegt, wird durch diese Fragen geführt. Das Abklären des „Rendite-Risiko-Profils“ gehört zu den Aufgaben professioneller Vermögensverwalter.

Meine ersten Investment-Schritte ausserhalb der Säule 3a waren mit Selma Finance – ein online Vermögensverwalter, der mich via Chat-Bot durch die Fragen führte.

Für dieses Angebot bin ich Selma dankbar – hätte ich mich während unmöglichen Öffnungszeiten in eine staubige Bankfiliale schleppen müssen, hätte ich meine Investment-Reise vielleicht nie angetreten.

Und vor allem: So kam ich viel günstiger als bei einem klassischen Anbieter, dank den deutlich tieferen Gebühren.

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Setz nicht alles auf eine Karte! [Wie ich mit Diversifikation das Investment-Risiko reduziere]

Risiko gehört zum Investieren wie Blumen zum Frühling. Und es ist besonders hoch, wen man in Aktien investiert.

Risiko ist aber nicht gleich ein Problem. Ich musst es einfach verstehen, damit ich es bewusst eingehen und die Konsequenzen bewältigen kann.

Und es gibt Strategien, wie ich das Risiko minimieren kann. Der Klassiker unter diesen Strategien ist die Diversifikation.

Portfolio-Diversifikation: Investiere nicht nur in deine Lieblingsfirma

Diversifikation heisst, dass ich, statt alles auf eine Karte zu setzen, in mehrere Wertpapiere investiere.

Mit Diversifikation reduziere ich das Risiko – also die Gefahr, dass die tatsächliche Rendite von der erwarteten abweicht – ohne auf Renditeansprüche zu verzichten.

Das Geheimnis dahinter: Die Aktienkurse verschiedener Firmen entwickeln sich nicht im Gleichschritt. Die eine steigt, während die andere Fällt. So gleichen sie sich gegenseitig aus.

Je verschiedener die Firmen, desto grösser der Diversifikationseffekt

Es gibt allerdings Firmen, deren Aktienkurs sich sehr ähnlich bewegt (im Finanz-Jargon würde man sagen, sie haben eine hohe positive Korrelation).

Es nützt mir nichts wenn ich mein Geld auf drei Firmen verteile, deren Aktien genau nach demselben Muster hoch und runter gehen – sie werden sich nicht gegenseitig ausgleichen.

Ziel ist es, eine Kombination zu finden, die das Risiko minimiert und die Rendite maximiert.

Komplett weg-diversifizieren kann ich Risiko aber nicht. Eliminieren kann ich nur die Risiken, die spezifisch sind für eine Firma, im Finanz-Jargon als „unsystematisches Risiko“ bezeichnet. Mit dem Restrisiko muss ich aber leben. Dieses wird als „systematisches Risiko“ oder „Marktrisiko“ bezeichnet“.

In welche Aktien investiere ich für eine ideale Diversifikation?

Das ist eine Thema, bei dem sich die Finanzexperten mit theoretischen Konzepten wie „Efficient Frontier“ die Köpfe einschlagen. Und sich die Investment-Manager ein goldenes Näschen verdienen.

Mein Grundsatz: Über die gesamte Wirtschaft hinweg diversifizieren. Das heisst, Stock-Picking vermeiden (also das gezielte Auswählen einzelner Aktien). Stattdessen in einen Index investieren, der den Markt als Ganzes abbildet.

So verlasse ich mich nicht auf den Erfolg einiger rausgepickter Firmen, sondern gehe davon aus, dass die Wirtschaft langfristig als ganzes hoch geht. Damit fährt man als Kleinanleger am besten, glaubt man Investment-Ikonen wie Ray Dalio oder Warren Buffet, Vertreter der FIRE Bewegung und Finanz Coachs wie Tony Robbins.

Es gibt übrigens auch Indices, die beim Abbilden des Marktes Firmen ausschliessen, die Nachhaltigkeitskriterien nicht erfüllen. Bevor ich das begriffen hatte, konnte ich mit dieser Idee des super breiten Investierens wenig abgewinnen. Ich finde nämlich weder Krieg noch Luftverpestung toll und glaube an den (finanziellen) Erfolg nachhaltiger Firmen.

Diversifikation über Zeit, Ort und Analgetyp

Diversifizieren kann ich also nicht nur über Aktien verschiedener Firmen hinweg, sondern auch…

  • über die Zeit: Eine höhere Summe nicht auf einmal investieren, sonder verteilt über mehrere Monate oder sogar Jahre
  • über Wirtschaftsräume: Wie wäre es, nicht nur in der Schweiz über viele Staaten zu investieren?
  • über Analgeklassen: Das Risiko meines Portfolios reduziere ich auch, wenn ich nicht nur in Aktien, sondern auch z.B. in Anleihen investiere.

Als Beispiel: Ich zahle meine Säule 3a monatlich ein, nicht Ende Jahr. Wäre ja blöd, wenn ich die ganze Summe heute investiere und morgen die Wirtschaft zusammen bricht. In dem ich in Tranchen einzahle, reduziere ich dieses Risiko.

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Sind Aktien per se ein Risiko? [Ja, aber Risiko ist nicht per se ein Problem]

Schon mal Kopf voran im See gelandet? Im Winter, meine ich. Bei Temperaturen, die am Gefrierpunkt kratzen.

Dieses Schicksal ereilte mich kurz vor Weihnachten. Und es war kalt. Zum erfrieren kalt.

Ich konnte nicht einmal schreien, als ich mich wieder an die Oberfläche gekämpft hatte. Es reichte nur für ein klägliches Quieken. Und das wurde schnell abgelöst von einem erbärmlichen Röcheln, das holprig dem Rhythmus meiner Zitteranfälle folgte.

Risiko kann ein Freund sein – wenn man sich richtig einrichtet

Mein theatralischer Kältetod nahm zur Erheiterung meiner Freundinnen kein Ende. Und ihr Theater war nicht minder gut, als sie sich kurz darauf selbst in die eisigen Fluten stürzten.

Wir holten uns nicht einmal eine Erkältung. Geschweige denn den Kältetod. Denn nach ein paar (sehr kurzen) Zügen waren wir schwuppdiwupp zurück in der der „Sauna am See“.

Ganz im Gegenteil: Statt zu verfrieren, profitierten wir von Kälteschock. Gut für die Durchblutung! Und wir hatten einen Heidenspass.

Hätten wir unsere Durchblutung aber in einem sibirischen Eissee anregen wollen, fernab von beheizten räumen und dampfenden Teekannen, wäre das Theater zur Realität geworden. Wir wären allesamt verfroren. Drei Frauen, mausetot im Nirgendwo.

In Sibirien würden wir aber niemals springen. Wir kennen die Risiken (und Chancen) von eiskaltem Wasser, und können uns so einrichten, dass wir nicht nur überleben, sondern profitieren.

Wer das Aktien-Risiko kennt, beherrscht es

Bei Aktien verhält es sich nicht anders: Wie kaltes Wasser bergen sie ein „angeborenes“ Risiko.

Bin ich mir dich dessen aber bewusst, kann ich mich einrichten. So, dass Aktien mir zwar ab und zu einen Schock verpassen, ich im Grossen und Ganzen aber von ihnen profitiere.

Fazit: Aktien bergen Risiken. Immer. Wie eiskalte Seen auch. Wenn man diese Risiken aber begreift, sind sie kein Problem, sondern ein Umstand, auf den man Rücksicht nehmen kann.

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Rendite und Risiko von Aktien [Das wichtigste Investment-Prinzip einfach erklärt]

Wer investiert, kommt nicht um sie herum – die zwei Grundkonzepte des Geldanlegens, die so eng verbunden sind wie Licht und Schatten, Yin und Yang, Liebe und Hass:

Rendite und Risiko.

Was genau steckt eigentlich hinter den Begriffen und was bedeuten sie für Anleger?

Rendite (aka. Erfolgserwartung)

Die Rendite ist der Prozentsatz der mir sagt, wie viel Ertrag ich erwarten kann.

Angenommen ich möchte 100 Franken investieren, und mir stehen zwei Investitionsmöglichkeiten zur Verfügung: Aktie A und Aktie B.

Die Rendite von Aktie A ist 10 %. Investiere ich die 100 Franken in diese Aktie, kann ich mit einem Gewinn von 10 Franken rechnen (das entspricht 10% der 100 Franken).

Die Rendite von Aktie B ist 3%. Investiere ich die 100 Franken in diese Aktie, kann ich mit einem Gewinn von 3 Franken rechnen (das entspricht den 3% der 100 Franken).

Möchte ich eine der Aktien kaufen, wäre die Entscheidung also einfach: Ich nehme Aktie A, weil ich deutlich mehr verdienen kann! Oder doch nicht…?

Risiko (aka. Abweichungsgefahr)

Die Rendite darf man nicht ohne ihren Gegenspieler betrachten: Das Risiko.

Das Risiko ist die Gefahr (oder auch die Chance), dass die tatsächliche Rendite einer Investition von der erwarteten Rendite abweicht.

Je grösser die diese Gefahr, desto höher das Risiko.

Aktie A hat also eine durchschnittliche Rendite von 10%. Es kommt aber sehr häufig vor, dass der tatsächliche Wert darunter oder darüber liegt. In einem Jahr liegt die Rendite nur bei 1%, in einem anderen Jahr plötzlich bei 16%, und dann plötzlich bei -5%. Die Schwankungen sind betrachtlich, das Risiko von Aktie A ist hoch.

Aktie B mit der durchschnittlichen Rendite von 3% weicht kaum von diesem Wert ab. Er ist höchstens mal bei 2.9% oder bei 3.1%. Die Schwankungen sind also gering, das Risiko von Aktie B ist klein.

Im Finanz-Jargon bezeichnet man diese Abweichungstendenz einer Investition übrigens als Volatilität. Ihre Höhe wird mit einem Wert genannt „Standardabweichung“ angegeben: Die durchschnittliche Abweichung aller Messwerte von ihrem Durchschnittswert. Je höher die Standardabweichung, desto höher das Risiko.

Mehr Rendite für mehr Risiko (und umgekehrt)

Wer risikofreudig ist und die grossen Schwankungen und in Kauf nimmt (oder nehmen kann), erwartet dafür auch hohe Gewinnchancen, sprich eine hohe Rendite – sozusagen als Kompensation für die Gefahr, der man sich aussetzt.

Umgekehrt gibt sich der risikoscheue Investor mit einer kleineren Gewinnchance zufrieden, er geht im Gegenzug aber auch ein kleineres Risiko auf Verlust ein.

Aktien gelten grundsätzlich als risikoreiche Investments, die stark schwanken, bei denen aber auch mehr Gewinn winkt.

Obligationen, Schweizer Staatsanleihen und andere Zinsanlagen sind risikoärmer, bieten aber auch kleinere Gewinnchancen.

Ein ausgeglichenes Portfolio enthält üblicherweise etwas von beidem.

Wer Zeit hat, kann sich mehr erlauben

Bei der Abwägung, wie viel Risiko ich eingehen will und kann, spielt der Zeithorizont eines Investments eine extrem wichtige Rolle.

Wenn ich für sehr lange Zeit anlege, hat ein hohes Risiko (sprich hohe Schwankungen) viel kleinere Auswirkungen: Heute fällt der Wert, morgen steigt er… Nicht so wichtig, wenn die Tendenz über die Zeit steigend ist.

Deshalb lohnt es sich, bei langfristigen Investments, zum Beispiel der Säule 3a, einen (hohen) Aktienanteil mit in Betracht zu ziehen. Aktien sind risikoreicher als andre Anlageformen. Der Wert des Portfolios wird also schwanken. Das Gewinnpotenzial ist aber ebenfalls höher, und über die Zeit kann es sich entfalten.

Hohe Rendite bei tiefem Risiko – ein Mythos?

Wer viel Zeit investieren will und kann, geht auf die Suche nach den Ausnahmen, die von diesem Prinzip abweichen: Investitionsmöglichkeiten, die trotz hoher Rendite ein geringes Risiko aufweisen.

Um diese Goldminen zu finden, muss man sich aber gut auskennen. Wird einem ein solches Angebot auf dem Silbertablett serviert, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass etwas nicht stimmt.

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Wieso schwanken Aktien? [Und wieso es Investoren egal sein kann]

Die Preise von Aktien sind nicht konstant. Einmal steigen sie, einmal fallen sie. Von Tag zu Tag sieht der Markt anders aus. Wieso eigentlich?

Das Grundprinzip ist einfach:

  • Wollen mehr Leute die Aktie, steigt der Preis.
  • Wollen weniger Leute die Aktien, sinkt der Preis.

Angebot und Nachfrage lassen die Aktienkurse schwanken

Eine Kurve nach oben oder nach unten ist also nichts anders als die veränderte Nachfrage im Verhältnis zum Angebot.

Mit Lollipops würde es sich ähnlich verhalten: Sind 10 Lollis zu vergeben und 100 Schleckmäuler im Raum, kann ich das Einzelstück teuer verkaufen. Sind 10 Lollipops zu vergeben, aber nur 2 Schleckmäuler im Raum, sinkt der Preis.

Die Auslöser für ein verändertes Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage sind divers (bei Aktien und bei Schläckstängel. Hier geht es aber um Aktien):

  • Ereignisse innerhalb einer Firma
  • Weltpolitischen Begebenheiten
  • Die menschliche Psyche

Äääähm, etwas konkreter, bitte!

Nehmen wir das erste Beispiel: Ereignisse innerhalb einer Firma, bekannt geworden durch die Presse…

Szenario 1: „Doppelt so viel Umsatz wie erwartet!“

Pressekonferenz zur Jahresbilanz: Voller stolz präsentiert die Finanzchefin die Firmen-Zahlen.

„Doppelt so viel Umsatz wie erwartet!“

Die Medien nehmen die News eifrig auf. Und die Reaktion der Öffentlichkeit folgt sofort:

  • „Die Geschäftsführung hat echt was drauf!“
  • „Der neue Stern am Unternehmenshimmel!“

Der Glauben an den Erfolg der Firma steigt. Und damit die Hoffnung der Investoren auf einen steigenden Aktienkurs und hohe Dividenden.

Alle wollen kaufen.

Die Nachfrage (interessierte Anleger) steigt, das Angebot (Anzahl Aktien) bleibt gleich. Der Preis pro Aktie steigt.

Diese Entwicklung nach oben bleibt nicht unbemerkt.

„Wow, die Aktie geht aber ab!“, „Ich will auch profitieren!“, denken sich weitere Investoren.

Der Aktienkurs der Firma steigt weiter.

Szenario 2: „Das Bio-Label war gefälscht“

In über einem Drittel der Produkte der Firma wurden Pestizide entdeckt – vermutlich krebsfördernd! Es war doch nicht 100% Bio. Nicht einmal annähernd.

Die schlechten Schlagzeilen überfluten die Medien.

Die Reaktion der Öffentlichkeit folgt sofort:

  • „Was für eine verantwortungslose Firma!“
  • „Wem kann man da noch vertrauen!“
  • „Bio ist sowieso immer nur ein Fake!“

Der Glauben an den Erfolg der Firma sinkt. Und damit die Hoffnung der Anleger auf Gewinne durch Kursgewinne und hohe Dividenden – falls die Firma überhaupt überlebt! Alle wollen verkaufen.

Die Nachfrage (interessierte Anleger) sinkt, das Angebot (Anzahl Aktien) bleibt gleich. Der Preis steigt pro Aktie sinkt.

Diese Entwicklung nach unten bleibt nicht unbemerkt.

„OMG, die Aktien sinken! Meine Aktien sinken!“, „Ich muss sie loswerden, bevor es noch schlimmer wird!„, sagen sich weitere Investoren.

Der Aktienkurs sinkt weiter.

Und die Bad News strahlen auf die ganze Branche aus: Die Aktienkurs anderer Bio-Firmen sinken ebenfalls, obwohl sie skandalfrei sind. Das Vertrauen der Anleger in das grüne Label als ganzes wurde erschüttert.

Ich sollte nicht kopflos mitstürmen (wie intelligent sind Schafe?)

Aber Achtung! Nur weil alle in eine Richtung stürmen (määääh), muss ich nicht mitrennen. An einer allgemeinen Euphorie oder Panik teilzunehmen, zahlt sich selten aus.

Mal überlegen…

  • Könnte es Sinn machen, zu kaufen, wenn die Aktienkurse am Boden sind? (Versteckte Chance: Schnäppchen, deren Preis wieder steigen wird. Jey!)
  • Wenn alle wie gepickt gewissen Aktien nachrennen – sind die dann nicht plötzlich überbewertet? (Verstecktes Risiko: Ich kaufe genau an Vorabend des Tages, an dem sich die Kurse der Realität angleichen und einbrechen. Mööp.)

Mich müssen die Schwankungen nicht kümmern…

Ich finde es wichtig, die Funktionsweise von Aktien zu verstehen. Zu wissen, wie die alltäglichen Schwankungen entstehen.

Darum scheren möchte ich mich aber nicht. Und ins alltäglich Getümmel werfe ich mich auch nicht. Zu nahe am Glücksspiel. Zu viel negativer Stress. Den mag ich nicht.

Ich investiere langfristig nach einer vordefinierten Strategie. Und zwar ohne gross auf die Schwankungen des Marktes zu achten. Passiv. Ich gehe davon aus, dass es langfristig hoch geht, über alle Schwankungen hinweg.

Die wichtigste Erkenntnis der Lektion für mich: Nicht kopflos mitrennen und an meiner Investmentstrategie festhalten, auch wenn die Wirtschaft (vorübergehend) die Rutschbahn runter geht.

Dieses Video von Investment-Guru Ray Dalio erklärt die Theorie hinter dieser Annahme:

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Grundlagen Säule 3a

Säule 3a einfach erklärt [Perfekt geeignet für Faule und Dumme]

Säule 3a… ein echt attraktiver Name, der so richtig dazu einlädt, sich damit zu befassen.

NICHT.

Aber es lohnt sich trotzdem.

Wie wäre es zum Beispiel, wenn deine nächste Steuerrechnung 1000 Franken tiefer ausfällt als im Vorjahr?

Was hältst du von einem Konto, das dich davor schützt, dein Geld für Konsumquatsch auszugeben? Ein Konto, das nur für wirklich entscheidende Schritte geräumt werden kann?

Würdest du dich freuen, wenn sich dein Geld verdoppelt oder sogar zu verdreifacht, ohne dass du einen Finger rührst?

Das alles ist die Säule 3a. Folgendes habe ich zu diesem Thema gelernt:

Die Säule 3a ist mein privater Vorratstopf für grosse Schritte im Leben

Der Moment wird kommen, in dem ich eine grosse Entscheidung treffe oder eine grosse Veränderung eintritt.

Was andere so machen:

  • Marketing Job an den Nagel hängen und einen Co-Working-Space eröffnen.
  • Nach Südspanien auswandern – hallo Granatapfelbaum im Garten!
  • Ein Haus am See bauen.

Und früher oder später gehen wir alle in Pension.

Genau für diese Lebensschritte ist die Säule 3a da: Sie ist ein Topf, in den ich regelmässig einzahle, um für grosse Ereignisse vorzusorgen.

Die Säule 3a ist kein Sparschwein für meine nächste Weltreise

Ich kann das Geld aber auch wirklich nur für eines dieser grossen Lebensereignisse auszahlen lassen (Kauf von Wohneigentum, Schritt in die Selbstständigkeit, Einkauf in eine Pensionskasse, Auswandern).

Für meine nächsten Ferien kann ich die Säule 3a nicht anzapfen.

Deshalb spricht man auch von „gebundener“ Vorsorge. Erst wenn ich in Pension gehe, kann ich wieder frei über das Geld verfügen.

Was mühsam klingt, kann ein Vorteil sein: Ich schützte mich zum Beispiel davor, das Geld unüberlegt zu verprassen.

Und der Staat belohnt mich für diese Gewissenhaftigkeit mit Steuerersparnissen.

Mit der Säule 3a kann ich hunderte bis tausende Franken Steuern sparen

Die Einzahlungen in die Säule 3a kann ich von meinem steuerbaren Einkommen abziehen. Aus Sicht des Steueramtes habe ich also weniger Einkommen und musst deshalb weniger zahlen.

Beispiel:

Im Kanton Zürich spare ich 1’200 Franken, wenn ich…

  • den erlaubten Höchstbetrag einzahlte – 2019 waren das 6826 Franken,
  • 60’000 Franken netto verdiente,
  • ledig und kinderlos bin.

In Bern sind es bei den selben Bedingungen sogar 1’600 Franken weniger Steuern.

Die Zahlen variieren je nach Einkommen, Lebenssituation und Kanton.

Finde mit dem 3a-Rechner von Comparis heraus, wie viel du sparen würdest. Aber Achtung: Die 3a-Anbieter, die dir Comparis nachher anpreist, sind nicht unbedingt die besten, wie ich hier gelernt habe…

Auch wenn mein 3a Vermögen durch Zinsen oder Wertsteigerung wächst, zählt das nicht zu meinem steuerbaren Einkommen und muss nicht versteuert werden. Und dieses Wachstum kann echt gross sein, wie wir gleich sehen werden.

Komplett steuerfrei ist die Säule 3a aber nicht. Wenn ich mir das Geld auszahlen lasse, musst ich auf das angesammelte Vermögen eine Steuer verrichten.

Die Säule 3a ist besonders für Junge eine super Chance

Schon mal vom Zinseszinseffekt ghört? Laut Albert Einstein das achte Weltwunder.

Zinsenszinsen funktionieren so:

Die Zinsen, die meine Investition abwirft, investiere ich wieder. Ich erhalte also fortan Zinsen für meinen ursprünglich eingezahlten Betrag plus den gemachten Gewinn.

Das führt wiederum zu einem höheren Gewinn, den ich ebenfalls investiere, so dass er er ebenfalls Zinserträge abwerfen kann, die ich wiederum investiere, usw…

Das summiert sich was über längere Zeit extrem!

Hätte meine Urgrossmutter vor 100 Jahren einmalig 1000 Franken für mich investiert, könnte ich mir heute 50’000 Franken auszahlen (angenommene Rendite: 4%).

Das ist eine 50 Mal mehr Geld. Fürs nichts machen!

Die Säule 3a ist eine Anlageform, die auf Langfristigkeit ausgerichtet ist. Der Zeithorizont ist natürlich nicht 100 Jahre, aber trotzdem lang.

Ich hab mit 25 Jahren mit dem Einzahlen begonnen. Wenn das Pensionsalter für Frauen bei 64 Jahren bleibt und die Gelder dann auszahlen lasse, wäre das eine Anlagedauer von 39 Jahren.

Eine hübsche Zeit, in der der Zinseszinseffekt seine Macht entfalten kann. Bei durchschnittlicher bis guter Entwicklung der Märkte kann ich eine Verdreifachung meiner eingezahlten Gelder erwarten.

Ein solches Wachstum kann ich nur erwarten, wenn meine Anlagestrategie eine akzeptable Rendite hat. Das ist dann möglich, wenn ich einen Teil oder mein gesamtes 3a-Geld in Aktien investiere.

Ich sollte keinesfalls das nächstbeste Säule 3a-Angebot meiner Bank akzeptieren

Von der Säule 3a profitieren nicht nur die Anleger, sondern auch die Anbieter – Banken, Versicherungen, digitale Vermögensverwalter.

Die Anbieter Verlangen für den 3a-Service Gebühren. Und diese sind teilweise extrem hoch, vor allem, wenn ich in Wertpapiere (z.B. Aktien) investiere. Krasserweise merke ich das auf den ersten Blick gar nicht, weil sich die Anbieter darauf spezialisiert haben, die Gebühren zu verschleiern.

Ich sollte also nicht unüberlegt das Angebot meiner Bank akzeptieren, sondern Alternativen anschauen. Dieser kleine Aufwand kann mir über 100’000 Franken mehr Gewinn einbringen.

Es tummeln sich die verschiedensten Anbieter auf dem 3a-Markt, bei denen ich zwischen verschiedenen 3a-Anlagestrategien wählen kann (bzw muss…).

Klingt anstrengend. Wenn ich aber weiss, auf was ich achten muss, ist die Wahl recht einfach.