Säule 3a… ein echt attraktiver Name, der so richtig dazu einlädt, sich damit zu befassen.
NICHT.
Aber es lohnt sich trotzdem.
Wie wäre es zum Beispiel, wenn deine nächste Steuerrechnung 1000 Franken tiefer ausfällt als im Vorjahr?
Was hältst du von einem Konto, das dich davor schützt, dein Geld für Konsumquatsch auszugeben? Ein Konto, das nur für wirklich entscheidende Schritte geräumt werden kann?
Würdest du dich freuen, wenn sich dein Geld verdoppelt oder sogar zu verdreifacht, ohne dass du einen Finger rührst?
Das alles ist die Säule 3a. Folgendes habe ich zu diesem Thema gelernt:

Die Säule 3a ist mein privater Vorratstopf für grosse Schritte im Leben
Der Moment wird kommen, in dem ich eine grosse Entscheidung treffe oder eine grosse Veränderung eintritt.
Was andere so machen:
- Marketing Job an den Nagel hängen und einen Co-Working-Space eröffnen.
- Nach Südspanien auswandern – hallo Granatapfelbaum im Garten!
- Ein Haus am See bauen.
Und früher oder später gehen wir alle in Pension.
Genau für diese Lebensschritte ist die Säule 3a da: Sie ist ein Topf, in den ich regelmässig einzahle, um für grosse Ereignisse vorzusorgen.

Die Säule 3a ist kein Sparschwein für meine nächste Weltreise
Ich kann das Geld aber auch wirklich nur für eines dieser grossen Lebensereignisse auszahlen lassen (Kauf von Wohneigentum, Schritt in die Selbstständigkeit, Einkauf in eine Pensionskasse, Auswandern).
Für meine nächsten Ferien kann ich die Säule 3a nicht anzapfen.
Deshalb spricht man auch von „gebundener“ Vorsorge. Erst wenn ich in Pension gehe, kann ich wieder frei über das Geld verfügen.

Was mühsam klingt, kann ein Vorteil sein: Ich schützte mich zum Beispiel davor, das Geld unüberlegt zu verprassen.
Und der Staat belohnt mich für diese Gewissenhaftigkeit mit Steuerersparnissen.
Mit der Säule 3a kann ich hunderte bis tausende Franken Steuern sparen
Die Einzahlungen in die Säule 3a kann ich von meinem steuerbaren Einkommen abziehen. Aus Sicht des Steueramtes habe ich also weniger Einkommen und musst deshalb weniger zahlen.
Beispiel:
Im Kanton Zürich spare ich 1’200 Franken, wenn ich…
- den erlaubten Höchstbetrag einzahlte – 2019 waren das 6826 Franken,
- 60’000 Franken netto verdiente,
- ledig und kinderlos bin.
In Bern sind es bei den selben Bedingungen sogar 1’600 Franken weniger Steuern.
Die Zahlen variieren je nach Einkommen, Lebenssituation und Kanton.
Finde mit dem 3a-Rechner von Comparis heraus, wie viel du sparen würdest. Aber Achtung: Die 3a-Anbieter, die dir Comparis nachher anpreist, sind nicht unbedingt die besten, wie ich hier gelernt habe…

Auch wenn mein 3a Vermögen durch Zinsen oder Wertsteigerung wächst, zählt das nicht zu meinem steuerbaren Einkommen und muss nicht versteuert werden. Und dieses Wachstum kann echt gross sein, wie wir gleich sehen werden.
Komplett steuerfrei ist die Säule 3a aber nicht. Wenn ich mir das Geld auszahlen lasse, musst ich auf das angesammelte Vermögen eine Steuer verrichten.
Die Säule 3a ist besonders für Junge eine super Chance
Schon mal vom Zinseszinseffekt ghört? Laut Albert Einstein das achte Weltwunder.
Zinsenszinsen funktionieren so:
Die Zinsen, die meine Investition abwirft, investiere ich wieder. Ich erhalte also fortan Zinsen für meinen ursprünglich eingezahlten Betrag plus den gemachten Gewinn.
Das führt wiederum zu einem höheren Gewinn, den ich ebenfalls investiere, so dass er er ebenfalls Zinserträge abwerfen kann, die ich wiederum investiere, usw…
Das summiert sich was über längere Zeit extrem!
Hätte meine Urgrossmutter vor 100 Jahren einmalig 1000 Franken für mich investiert, könnte ich mir heute 50’000 Franken auszahlen (angenommene Rendite: 4%).
Das ist eine 50 Mal mehr Geld. Fürs nichts machen!

Die Säule 3a ist eine Anlageform, die auf Langfristigkeit ausgerichtet ist. Der Zeithorizont ist natürlich nicht 100 Jahre, aber trotzdem lang.
Ich hab mit 25 Jahren mit dem Einzahlen begonnen. Wenn das Pensionsalter für Frauen bei 64 Jahren bleibt und die Gelder dann auszahlen lasse, wäre das eine Anlagedauer von 39 Jahren.
Eine hübsche Zeit, in der der Zinseszinseffekt seine Macht entfalten kann. Bei durchschnittlicher bis guter Entwicklung der Märkte kann ich eine Verdreifachung meiner eingezahlten Gelder erwarten.
Ein solches Wachstum kann ich nur erwarten, wenn meine Anlagestrategie eine akzeptable Rendite hat. Das ist dann möglich, wenn ich einen Teil oder mein gesamtes 3a-Geld in Aktien investiere.
Ich sollte keinesfalls das nächstbeste Säule 3a-Angebot meiner Bank akzeptieren
Von der Säule 3a profitieren nicht nur die Anleger, sondern auch die Anbieter – Banken, Versicherungen, digitale Vermögensverwalter.
Die Anbieter Verlangen für den 3a-Service Gebühren. Und diese sind teilweise extrem hoch, vor allem, wenn ich in Wertpapiere (z.B. Aktien) investiere. Krasserweise merke ich das auf den ersten Blick gar nicht, weil sich die Anbieter darauf spezialisiert haben, die Gebühren zu verschleiern.

Ich sollte also nicht unüberlegt das Angebot meiner Bank akzeptieren, sondern Alternativen anschauen. Dieser kleine Aufwand kann mir über 100’000 Franken mehr Gewinn einbringen.
Es tummeln sich die verschiedensten Anbieter auf dem 3a-Markt, bei denen ich zwischen verschiedenen 3a-Anlagestrategien wählen kann (bzw muss…).
Klingt anstrengend. Wenn ich aber weiss, auf was ich achten muss, ist die Wahl recht einfach.



